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Niedrigzinsen
Banken im Euroraum vergeben fleissig Kredite

Bankenstadt Frankfurt: Geldschleusen sind weit offen. Keystone

Das viele billige Geld der EZB wird zunehmend an Firmen und Private weitervergeben. Zuletzt haben die Notenbanker indes einen ersten Schritt zu einer weniger lockeren Geldpolitik angedeutet.

Veröffentlicht am 27.07.2017

Das viele billige Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) verstärkt den Kreditfluss in der Eurozone weiter. Im Juni vergaben Geldhäuser an Firmen 2,1 Prozent mehr Darlehen als noch vor Jahresfrist, wie die Währungshüter am Donnerstag in Frankfurt mitteilten. Im Mai lag der Zuwachs bei 2,5 Prozent. An Privathaushalte reichten die Banken im Juni 2,6 Prozent mehr Kredite aus als vor Jahresfrist.

Die EZB hält schon seit längerem ihre Geldschleusen weit offen und sorgt mit einem Leitzins auf Rekordtief von 0,0 Prozent für günstige Finanzierungsbedingungen. Zudem erwirbt sie seit März 2015 in grossem Stil Staatsanleihen, um Geldhäuser zur stärkeren Kreditvergabe anzuregen.

Beratung im Herbst

Aktuell erwerben die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken Wertpapiere im monatlichen Umfang von 60 Milliarden Euro. Zuletzt hatte die EZB aber einen ersten Mini-Schritt in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik gewagt und will nun im Herbst über die Zukunft ihres Anleihen-Kaufprogramms beraten.

Die von der EZB genau beobachtete Geldmenge M3 stieg im Juni wie erwartet um 5,0 Prozent nach einem Plus von 4,9 Prozent im Mai. Zu M3 zählen neben Bargeld und Einlagen auf Girokonten auch Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen. Die EZB stützt sich bei der sogenannten monetären Analyse auf die Tatsache, dass Geldmengenwachstum und Inflation mittel- bis langfristig eng miteinander verbunden sind.

(sda/gku/mbü)

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