1. Home
  2. Konjunktur
  3. Bankiervereinigung sieht Wohlstand in Gefahr

Europapolitik
Bankiervereinigung sieht Wohlstand in Gefahr

Patrick Odier: Präsident der Bank Lombard Odier und der Bankiervereinigung. Keystone

Patrick Odier spricht sich für eine weitere Annäherung an Brüssel aus. Für den Präsidenten der Bankiervereinigung ist ein Rahmenabkommen unausweichlich.

Veröffentlicht am 11.02.2016

Das Fehlen eines Rahmenabkommens mit der Europäischen Gemeinschaft gefährdet Arbeitsplätze in der Schweiz. Deshalb dürfe jetzt keine Zeit mehr verloren werden, um ein solches Abkommen abzuschliessen, sagt Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), laut einem Vorabbericht des Wirtschaftsmagazins «Bilanz».

Das Fehlen eines solchen Abkommens zeige heute schon Wirkung: «Derzeit findet die Entwicklung der Finanzbranche im Ausland statt, nicht mehr in der Schweiz», so Odier.

Gefahr für den Wohlstand

Das sei eine grosse Gefahr für die zukünftigen Jobs, die nicht in der Schweiz geschaffen würden. Und wenn das noch lange andauere, dann werde es auch zur Gefahr für die heute in der Schweiz existierenden Jobs und somit für den Wohlstand des Landes. «Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren», warnt Odier.

Doch leider bestehe hierzulande die Tendenz, viel zu schnell alles als «unmöglich» zu taxieren. «Als Exportindustrie aber können wir uns eine solche Haltung schlicht und einfach nicht mehr leisten», so Odier. «Wir sind auf die bilateralen Verträge angewiesen», meint der Bankier.

Rahmenabkommen muss her

Es sei unabdingbar, eine mit den Bilateralen verträgliche Lösung für die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative zu finden, ist Odier überzeugt. Dann braucht es auch noch ein institutionelles Rahmenabkommen. «Und auch wenn die Dossiers nacheinander abgehandelt werden, müssen wir jetzt schon anfangen, über nächste Schritte zu debattieren. Eine Vogel-Strauss-Politik ist fehl am Platz.»

Das Rahmenabkommen werde kommen, das könne man nicht totschweigen, sagt Odier. Denn die Schweiz sei darauf angewiesen, nicht nur um neue bilaterale Abkommen mit der EU abzuschliessen, sondern auch um die existierenden Abkommen zu retten. «Ohne Rahmenabkommen besteht die Gefahr, dass diese Verträge letztlich auf der Strecke bleiben.»

(awp/ise/ama)

Anzeige