Das Geschäft mit dem Verkauf ab Hof ist im Trend, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Laut der Zeitung betreiben in der Schweiz rund 15 Prozent der 58'000 Bauern ein eigenes Geschäft und setzen damit rund 350 Millionen Franken um.

Die Zahlen basieren auf einer groben Hochrechnung, die der Schweizer Bauernverband auf Anfrage der Zeitung erstmals getätigt hat. Die Geschäftsformen variieren stark vom kleinen Erdbeerfeld zum Selberpflücken, über den Verkauf von Kartoffeln in Kisten bis hin zum modernen, grossen Hofladen mit einer grossen Produktevielfalt wie Käse, Sirup, Konfitüre, Gemüse und Fleisch.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Produkte von Dritten aus Polen und Spanien

Die grosse Nachfrage der Kundschaft führt zuweilen dazu, dass es viele Hofläden allerdings nicht mehr so genau nehmen beim Sortiment. Oft stammen nicht alle Produkte in den Regalen auch wirklich vom selben Hof, sondern von Dritten. Oder sie werden sogar aus Polen, Italien und Spanien importiert.

Kommt hinzu, dass es auch schwarze Schafe gibt, die ihre Fremdprodukte gar nicht als solche deklarieren. Illegal handeln die Betreiber laut «Schweiz am Sonntag» nicht. Gemäss dem eidgenössischen Raumplanungsgesetz darf ein Bauer ein Hofgeschäft eröffnen, wenn die Produkte mindestens zur Hälfte vom eigenen Betrieb und der Rest aus der näheren Region stammen.

Zudem statten die kantonalen Lebensmittelkontrolleure den grösseren Hofläden regelmässig einen Besuch ab, um zu prüfen, ob die Deklarationspflicht bei verarbeiteten Produkten eingehalten wird. «Beim Offenverkauf gilt aber nur die mündliche Auskunftspflicht», sagt der Zürcher Kantonschemiker Rolf Etter.

Würden auch Fremdprodukte, die nicht vom eigenen Hof stammen, verkauft, habe man es nicht mit einer Täuschung im rechtlichen Sinne zu tun. «Doch es ist sicher ein gewisser Vertrauensbruch gegenüber dem Konsumenten. Dieser erwartet zurecht, dass in einem Hofladen – sollte nichts anderes vermerkt sein – die Produkte auch von diesem Hof stammen.»

(aho/chb)