Die Aussicht auf eine geldpolitische Wende in den USA lässt Deutschlands Zinsen steigen - wenngleich auf niedrigem Niveau. Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit zwölfmonatiger Laufzeit verdoppelte sich die Rendite von 0,05 auf 0,1 Prozent. Das geht aus Angaben der mit der Schuldenverwaltung des Bunds beauftragten Finanzagentur in Frankfurt hervor.

Die Nachfrage nach den Titeln blieb stabil und hätte ausgereicht, um das 1,9-fache Volumen am Markt unterzubringen. Die Versteigerung spülte 2,42 Milliarden Euro in die Staatskasse.

Anlagedruck wegen Liquiditätsschwemme

Als Ursache der steigenden Zinsen gilt die Erwartung einer Eindämmung des ultrabilligen Geldes in den USA. Investoren und Analysten rechnen damit, dass die Notenbank Fed ihre Stützungsmassnahmen für die US-Wirtschaft schon bald einschränkt. Rund um den Globus hatte die Liquiditätsschwemme für Anlagedruck gesorgt und so die Zinsen niedrig gehalten.

Mit dem erwarteten Abebben der Geldflut ziehen die Renditen in vielen Ländern wieder an. In Deutschland kommt hinzu, dass Anleger den Anleihemarkt wegen der Entspannung der Euro-Krise nicht mehr so stark als sicheren Hafen ansteuern.

(awp/chb/vst)