Die Ausgaben des Bundes für Forschung und Entwicklung sind 2014 erstmals seit Jahren gesunken. Hauptgrund für den Rückgang sind gesunkene Überweisungen ans Ausland.

2012 beliefen sich die ins Ausland überwiesenen Forschungsbeiträge auf 714 Millionen Franken. Das waren 38 Prozent der gesamten Beiträge. 2014 schickte Bern nur noch 336 Millionen Franken ins Ausland, was einem Fünftel aller Beiträge entspricht. Besonders stark sind die Zahlungen an die Europäische Kommission zurückgegangen. Sie fielen von 453 Millionen Franken im Jahr 2012 auf 77 Millionen Franken im Jahr 2014, was einer Abnahme um 83 Prozent entspricht.

Zwei-Milliarden-Schwelle unterschritten

«Dieser Rückgang ist das Ergebnis der Abstimmung vom 9. Februar 2014, bei der das Schweizer Stimmvolk die Volksinitiative ‹Gegen Masseneinwanderung› angenommen hat», schreibt der Bund. In der Folge sistierte die Europäische Kommission die Zusammenarbeitsvereinbarungen im Bereich der internationalen Forschung.

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Seither werde die Auszahlung der Beiträge, die der Bund ursprünglich für das achte Forschungsrahmenprogramm vorgesehen hatte, grösstenteils blockiert. Das Budget dafür ist höher als 500 Millionen Franken.

Nationalfonds hat Priorität

Der Löwenanteil der Ausgaben fliesst nun wieder in den Schweizerischen Nationalfonds. Mit 1019 Millionen Franken äufnete der Bund den SNF zwischen 2012 und 2014. Das ist ein Plus um 16 Prozent.

Weniger direkte Forschungsbeiträge erhielten dagegen Schweizer Hochschulen und Privatunternehmen. Den Hochschulen überwies der Bund 20 Millionen weniger, eine Million Franken weniger ging an Privatunternehmen. Das entspricht einem Minus von 13 und 3 Prozent.

90 Prozent fliesst ins WBF

Die neusten Zahlen zeigen auch Differenzen bei der Aufteilung nach Departement. Im Gegensatz zu den Ergebnissen aus früheren Erhebungen entfällt der grösste Anteil der F+E-Aufwendungen des Bundes neu nicht mehr auf das Eidgenössische Departement des Innern (EDI).

Im Jahr 2014 verzeichnete das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) den grössten Anteil an Aufwendungen. Mit etwas mehr als 1,7 Milliarden Franken ist dieses Department für 90 Prozent der Forschungsausgaben verantwortlich. «Diese Änderung ist eine Folge der Reorganisation von 2013 innerhalb der Departemente der Bundesverwaltung», schreibt der Bund. «Die grösste Änderung ist die Schaffung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), das dem WBF angegliedert ist.»

(sda/ise/me)