Im Betrugs-Prozess gegen einen ehemaligen SECO-Mitarbeiter hat das Bundesstrafgericht eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten ausgesprochen. Dem 52-jährigen Solothurner wurde eine hohe kriminelle Energie attestiert.

Der Mann wurde des gewerbsmässigen Betrugs, der Urkundenfälschung und der Geldwäscherei schuldig gesprochen. Er muss eine Geldstrafe in der Höhe von 2700 Franken zahlen. Sollte ihm dies nicht möglich sein, droht eine Ersatzfreiheitsstrafe von 90 Tagen.

«Ein Arbeitsverhältnis ist immer auch ein Vertrauensverhältnis»

Von einer Ersatzforderung, wie sie die Bundesanwaltschaft in der Höhe von 35'000 Franken forderte, sah Richter Emanuel Hochstrasser wegen der finanziellen Probleme des ehemaligen SECO-Mitarbeiters ab. Als strafmildernd wurde die Kooperationsbereitschaft des Beschuldigten und dessen ehrliche Reue anerkannt.

Der frühere Sachbearbeiter des Bereichs Finanzen sei bei seiner Betrugsmasche «in besonders niederträchtiger Weise» vorgegangen, sagte der Richter. Er habe das Vertrauen seines Arbeitgebers arglistig ausgenutzt. Zudem passte er seine Zuständigkeiten innerhalb des SECO seiner Betrugsmasche an.

Von einer «Opfermitverantwortung», wie sie die Verteidigung ins Spiel brachte, wollte der Richter nichts wissen. Dem Arbeitgeber oder den Vorgesetzten vorzuwerfen, sie hätten besser kontrollieren müssen, sei hier nicht angebracht. «Ein Arbeitsverhältnis ist immer auch ein Vertrauensverhältnis», sagte Hochstrasser.

(sda/dbe/sim)

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