Die Inflation in der Euro-Zone bleibt auch im November extrem niedrig und bereitet der Europäischen Zentralbank grosse Sorgen. Die Verbraucherpreise lagen nur 0,3 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch nach einer endgültigen Berechnung mitteilte. Niedriger hatte die Teuerung letztmalig vor rund fünf Jahren gelegen

Die tiefe Inflationsrate schürt Sorgen vor einer Deflation. Die EZB will aber einen solchen für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front unbedingt verhindern. Gedämpft wurde die Teuerung vor allem von fallenden Energiepreisen. Nennenswerter Preisauftrieb kam abermals nur aus dem Dienstleistungssektor. Wenig Bewegung gab es bei Lebensmitteln und industriell gefertigten Gütern.

Dauerhafte Lähmung befürchtet

Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate Anfang 2015 noch weiter sinkt. Die EZB-Notenbanker um ihren Präsidenten Mario Draghi sprechen bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Fallende Preise können eine Wirtschaft dauerhaft lähmen, wenn sich Verbraucher zurückhalten, Löhne sinken und Firmen ihre Investitionen aufschieben. Um eine Deflation zu verhindern, hat die EZB ihren Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt. Ausserdem pumpt sie Milliarden an billigem Geld in die Wirtschaft. Auch die SNB warnt vor einer negativen Teuerung. Für 2015 prognostizeren die Experten der ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF bereits eine negative Inflationsrate.

(awp/ise/ama)

 

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