Die Biotechnologie-Unternehmen haben im vergangenen Jahr gleich reihenweise neue Rekorde aufgestellt. So sind die Umsätze und die Gewinne markant gestiegen. Zugenommen hat aber auch der Konkurrenzdruck.

Insgesamt haben die 714 vom Beratungsunternehmen EY erfassten Biotech-Firmen in Nordamerika, Europa und Australien im vergangenen Jahr einen Umsatz von 123 Milliarden Dollar erreicht. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 24 Prozent. Die Gewinne sind sogar um 231 Prozent auf rekordhohe 14,9 Milliarden Dollar angestiegen, wie EY am Donnerstag mitteilte.

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Mehr Medikamente, mehr Geld

EY führt diesen Gewinnsprung auf die erfolgreiche Einführung vieler neuer Produkte im letzten Jahr zurück. So hat unter anderem die US-Gesundheitsbehörde (FDA) 2014 mit insgesamt 41 neuen Produkten auch tatsächlich deutlich mehr neue Medikamente zugelassen als im Vorjahr (27 Zulassungen).

Die Unternehmen haben laut EY im vergangenen Jahr zudem von früher eingeleiteten Restrukturierungen profitiert. «Sie haben gründlich aufgeräumt und sich von Geschäftsfeldern getrennt, die nicht zu ihren Kernkompetenzen gehören», lässt sich Jürg Zürcher von EY in der Mitteilung zitieren.

Übernahme- und IPO-Boom

Kräftig gesteigert haben die Biotech-Firmen auch ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (+20 Prozent auf 35,4 Milliarden Dollar). Stark zugenommen haben auch die Übernahmen und die Börsengänge in der Branche. 94 US-amerikanische und europäische Biotech-Unternehmen liessen sich 2014 an den Börsen eintragen und brachen damit den Rekord von 79 Börsengängen im Jahr 2000. Zusammen mit dem Anstieg der Aktienkurse ist die Branche damit erstmals an den Börsen mehr als 1 Billion Dollar wert.

Mit diesem rasanten Wachstum sieht EY auch ein neues Zeitalter für die Branche anbrechen. So führe die starke Zunahme von Nachahmerprodukten (Biosimilars) und von neuen biotechnologisch hergestellten Medikamenten zu einem grossen Preis- und Konkurrenzdruck. «Die Krankenkassen werden nur noch die Kosten für die wirkungsvollsten Medikamente zurückerstatten», wird Zürcher zitiert. «Die Konsolidierung in der Brache und die Bereinigung der Portfolios wird darum weitergehen.»

(awp/ise)