Der apostolische Vikar von Tripolis hat den Tod von Saif al-Arab Gaddafi, einem Sohn des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi, bestätigt. Der 29-Jährige sei tot, sagte Bischof Giovanni Martinelli telefonisch dem italienischen Fernsehsender Sky TG24.

Martinelli rief die internationale Gemeinschaft auf, das Bombardement Libyens einzustellen. Ein Sprecher der libyschen Regierung hatte in der Nacht erklärt, Gaddafis Sohn sowie drei von Gaddafis Enkelkindern seien bei einem Nato-Luftangriff in Tripolis getötet worden. Die Nato bestätigte lediglich "gezielte Angriffe auf Militäranlagen" in der libyschen Hauptstadt.

Als Konsequenz aus Angriffen auf die britische Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis hat Grossbritannien indes den libyschen Botschafter des Landes verwiesen. Das teilte der britische Aussenminister William Hague mit.

Die Angriffe auf die britische Botschaft und die diplomatischen Vertretungen anderer Länder in Tripolis hätten ihn zu diesem Schritt bewegt, erklärte Hague. Der libysche Botschafter habe jetzt 24 Stunden, um das Land zu verlassen.

Augenzeugen berichten von brennender italienischer Botschaft

Zuvor hatte das Aussenministerium in London erklärt, es prüfe Berichte, wonach die britische Botschaft in der libyschen Hauptstadt zerstört worden sei. Der britische Sender BBC hatte berichtet, nach dem Nato-Luftangriff und den Berichten über den Tod Saif al-Arab Gaddafis seien die  Botschaft sowie Uno-Gebäude von aufgebrachten Massen angegriffen worden. Die Vereinten Nationen würden ihr Personal aus Tripolis abziehen.

Die britischen Diplomaten waren bereits vor Wochen aus dem Botschaftsgebäude in Tripolis ausgezogen. Das Personal verliess zu grossen Teilen das Land. Ein kleiner Stab war zunächst in Tripolis geblieben und hatte sich der türkischen Botschaft angeschlossen.

Augenzeugen berichteten, dass es in der italienischen Botschaft in Tripolis gebrannt habe. "Ich sehe immer noch Rauch aufsteigen", sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters am per Telefon. Sicherheitskräfte hielten Menschen davon ab, näher zu kommen.

(sda/tno)

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