Ein weiterer Kursanstieg des Dollars und höhere Zinsen könnten nach Einschätzung der Zentralbank der Notenbanken den Druck auf die Schwellenländer erhöhen.

Besonders anfällig seien Staaten, in denen nach dem Finanzboom der vergangenen Jahre die Fremdwährungsschulden gestiegen seien, erklärte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am Sonntag.

Beobachten ist nötig

«Unsicher ist, wie gross der Druck tatsächlich sein wird. Sicher ist jedoch, dass diese Entwicklungen sorgfältig zu beobachten sind», erklärte BIZ-Chefvolkswirt Claudio Borio.

Dem BIZ-Quartalsbericht zufolge werden 2017 Unternehmensanleihen in Höhe von rund 120 Milliarden Dollar fällig. Das seien rund 10 Prozent des gesamten ausstehenden Bestands.

Viele Verlierer zu befürchten

Besonders besorgt äusserte sich Borio über die Anzeichen für einen zunehmenden Protektionismus im Welthandel. Diese Signale hätten sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. «In diesem Fall gäbe es keine Gewinner, sondern ausschliesslich Verlierer.» Niedrigeres Wachstum und höhere Inflation kämen niemandem zugute. 

Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, Freihandelsabkommen aufzukündigen oder nicht zu unterzeichnen sowie Zölle auf im Ausland hergestellte Produkte anzuheben, um die US-Wirtschaft gegen Konkurrenz aus dem Ausland schützen. Zudem haben in Europa in den vergangenen Jahren populistische und nationalistische Parteien Zulauf erhalten.

(reuters/jfr)