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BIZ: Zentralbanken können Bitcoin nicht mehr ignorieren

Bitcoin: Der Kurse der Kryptowährung schwankte vergangene Woche extrem. Keystone

Die einflussreiche Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt davor, das Wachstum von Kryptowährungen zu ignorieren. Der Boom kann ein Risiko für die Stabilität des Finanzsystems darstellen.

Veröffentlicht am 18.09.2017

Die Zentralbanken der Welt können sich nicht zurücklehnen und das Wachstum der Kryptowährungen ignorieren, da es ein Risiko für die Stabilität des Finanzsystems darstellen könnte, sagt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. Weiter erklärte die BIZ, die Zentralbanken müssten herausfinden, ob eine digitale Währung emittiert werden sollte und was deren Attribute sein sollten, wobei die Entscheidung am dringendsten in Ländern wie Schweden sei, wo die Bargeldverwendung schwindet.

Die Zentralbanken müssen nicht nur Datenschutzfragen und Effizienzgewinne in Zahlungssystemen berücksichtigen, sondern auch wirtschaftliche, finanz- und geldpolitische Auswirkungen, erklärte die BIZ in ihrem Quartalsbericht. Die Analyse der BIZ kommt am Ende einer turbulenten Woche für digitale Währungen. Jamie Dimon, Chef von JPMorgan Chase & Co., nannte Bitcoins einen «Betrug» und China legte den inländischen Handel von Kryptowährungen an die Leine.

Am Wochenende erholte sich der Bitcoin nach dem jüngsten Kurseinbruch wieder rasant und schoss um 800 Dollar auf rund 3800 Dollar nach oben. Anfang September hatte der Bitcoin ein Rekordhoch von annähernd 5000 Dollar erreicht. Seitdem war es fast kontinuierlich bergab gegangen.

Teil einer potenziellen «Revolution» im Finanzwesen

Da Bitcoin und andere Kryptowährungen populärer werden, mit zunehmend mobilen Zahlungssystemen und Geldzuflüssen von Investoren, beginnen die Zentralbanken, sich in sie und ihre zugrunde liegende Blockchain-Technologie zu vertiefen. Denn diese verspricht Clearing und Abwicklung zu beschleunigen. Bei der Bank von England hat Mark Carney Kryptokurrenzen bereits als Teil einer potenziellen «Revolution» im Finanzwesen bezeichnet.

Um das System besser zu verstehen, hat die niederländische Zentralbank ihre eigene Krypto-Währung geschaffen, allerdings nur für den internen Gebrauch. US-Beamte befassen sich auch mit dem Thema, obwohl im März Federal Reserve Governor Jerome Powell sagte, dass es «bedeutende politische Fragen» gebe, die einer weiteren Erforschung bedürften, darunter die Anfälligkeit für Cyber-Angriffe, Privatsphäre und Fälschung.

Grösseres Risiko für Anstürme auf Banken

Der BIZ zufolge könnte eine Option für Zentralbanken eine Währung sein, die der Öffentlichkeit zugänglich ist, wobei nur die Zentralbank in der Lage ist, Einheiten auszugeben, die direkt in Bargeld und Reserven wandelbar sind. Es könnte ein grösseres Risiko für Anstürme auf Banken geben, und bei Geschäftsbanken könnte es zu einem Mangel an Einlagen kommen. Eine weiteres Problem, das gelöst werden müsste, wäre die Frage der Privatsphäre.

(bloomberg/moh)

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