In den Monaten April bis Juni hat die Wirtschaftsleistung Brasiliens um lediglich um 0,8 Prozent zugelegt. Noch zu Jahresbeginn waren es 1,2 Prozent.

Die Konsumausgaben und auch die Investitionen legten robust zu, doch der schwächelnde Landwirtschaftsektor und kräftig anziehende Importe bremsten, wie aus den Daten des Statistikamtes hervorgeht.

Mit dem mageren Wachstum kommt das rohstoffreiche Land, das gemeinsam mit Russland, Indien, China und Südafrika den Club der führenden Schwellenländer (BRICS) bildet, auf den Boden der Tatsachen zurück.

Noch im vorigen Jahr wuchs die Wirtschaft geradezu ungestüm um 7,5 Prozent. Ein Tempo, das nach Meinung von Experten ohnehin auf Dauer nicht durchzuhalten war. Präsidentin Dilma Rouseff hatte einer Überhitzung der Wirtschaft frühzeitig vorgebeugt und mit Ausgabenkürzungen und strengerer Haushaltsdisziplin gegengesteuert.

Während der Hochkonjunktur sind jedoch die Preise ausser Kontrolle geraten. Die hartnäckig hohe Teuerungsrate von rund 7 Prozent dürfte mit der wirtschaftlichen Abkühlung merklich zurückgehen. Die Zentralbank hat diese Woche erstmals seit zwei Jahren eine Zinssenkung gewagt und setzt auf nachlassenden Inflationsdruck.

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(kgh/tno/sda)