Die Einstufung brasilianischer Bonds als «Ramsch» hat am Donnerstag einen Ausverkauf der Landeswährung Real ausgelöst. Der Dollar verteuerte sich um bis zu 3,7 Prozent. Das ist der grösste Kurssprung seit zwei Jahren. Mit 3,9161 Real war die US-Valuta damit so teuer wie zuletzt vor 13 Jahren.

Auch brasilianische Aktien warfen Investoren aus ihren Depots. Anleger befürchteten schwindende Gewinne, weil den Unternehmen wegen der Herabstufung der Bonität des brasilianischen Staates durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) höhere Kreditzinsen drohen. Ausserdem werden Banken voraussichtlich höhere Sicherheiten verlangen.

Petrobas im Bewertungsloch

Zu den grössten Verlierern zählten die Aktien von Petrobras, die sich um 5,5 Prozent verbilligten. Der staatliche Ölkonzern sitzt auf einem 140 Milliarden Dollar hohen Schuldenberg. Kein anderes Unternehmen der Branche hat mehr Verbindlichkeiten. Der Leitindex der Börse Sao Paolo fiel zur Eröffnung um 0,5 Prozent.

Anzeige

S&P benotet die Bonität Brasiliens nun mit «BB+« statt «BBB-». Damit verlieren die Anleihen des südamerikanischen Landes das Gütesiegel «Investment Grade». Pensionsfonds und Lebensversicherer müssen wegen des höheren Ausfall-Risikos «Ramsch»-Papiere meist verkaufen. Die S&P-Experten setzten darüber hinaus den Ausblick für das Rating auf «negativ». Damit droht in den kommenden Monaten eine weitere Herabstufung

(sda/mbü/gku)