Die Schweizer Uhrenindustrie hat auch im August weniger Uhren ins Ausland verkauft. Die Exporte sackten arbeitstagbereinigt um 13 Prozent ab. Mit dem zusätzlichen Arbeitstag im August beträgt das Minus 8,8 Prozent. Vor allem die Nachfrage nach Luxusuhren ab 3000 Franken ging weiter zurück.

Die Exporte der Luxusuhren fielen um 14,4 Prozent, während sich die Uhren in der Preiskategorie von 200 bis 3000 Franken grösserer Beliebtheit erfreuten. Dasselbe Bild zeigt sich nach Materialien: Edelmetalluhren verbuchten die grösste Einbusse. Die Uhrenindustrie kämpft seit Anfang Jahr mit einer abflauenden Konsumlust. Seit Januar wurden 10,9 Prozent weniger Schweizer Uhren ins Ausland verkauft.

Sinkende Verkäufe in Hongkong

Im wichtigsten Markt Hongkong ging es mit den Uhrenverkäufen nun schon den 18. Monat in Folge bergab. Die Verkäufe fielen im August um 28,7 Prozent. Das geht aus den am Dienstag veröffentlichten Exportzahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung hervor. Auch im Mittleren Osten ging die Nachfrage nach Schweizer Uhren zurück. Die Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate verringerten sich um 12 Prozent, die Exporte nach Saudiarabien gar um 31,8 Prozent. Ein Viertel aller Schweizer Exporte in die beiden Länder sind Uhren.

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In Grossbritannien hingegen schossen die Uhrenverkäufe um rund einen Viertel in die Höhe. Die Uhrenindustrie profitiert dort vom Brexit-Entscheid, wie aus einer Mitteilung des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie hervorgeht. Denn seither hat sich das britische Pfund gegenüber anderen Währungen abgeschwächt - so lockt das Land Touristen an, die auch bei den Uhren zugreifen. 7 Prozent aller Schweizer Uhrenexporte gehen in das Vereinigte Königreich, damit ist Grossbritannien der viertwichtigste Abnehmer.

(sda/mbü/me)