Griechenland steht finanziell am Rande des Abgrunds. Die Politik will daher den Schuldenschnitt, allerdings eben einen freiwilligen. Das Land befindet sich daher schon länger in Verhandlungen mit privaten Gläubigern, die dem Land bereitwillig mindestens 50 Prozent der Schulden erlassen sollen. Und das wäre eine ganze Menge Geld. Um 100 Milliarden Euro soll der Schuldenberg des Landes dadurch senken. 

Doch auf die Hilfe der Zentralbanken kann man in Athen wohl nicht hoffen, zumindest laut Jens Weidmann. Der Präsident der deutschen Bundesbank erteilt der Beteiligung der Notenbanken an einem freiwilligen Schuldenschnitt Griechenlands eine glatte Abfuhr. «Der entscheidende Punkt ist, dass es uns nicht erlaubt ist, auf Forderungen gegenüber einem Staat zu verzichten.», so Weidmann gegenüber dem «Handelsblatt». «Das wäre eine Form der monetären Staatsfinanzierung.»

«Die Notenbanken dürfen das ihnen anvertraute Vermögen nicht verschenken.», heisst es in dem Interview weiter. An der Reformfähigkeit des Schuldenlandes zweifelt er ebenfalls. Zwar seien die Entscheidungen, die beim letzten Eurogipfel getroffen wurden, «ein wichtiger Schritt.» Doch damit die Massnahmen greifen, brauche es auch die Unterstützung der Bevölkerung und eine Verwaltung, die sie umsetzt. 

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(laf/vst)