Nach einem kurzen Durchhänger wird die Konjunktur nach Ansicht der Bundesbank im Sommer anziehen. «Im dritten Vierteljahr sollte das Wirtschaftswachstum in Deutschland wieder höher ausfallen», heisst es in dem vorgelegten Monatsbericht. Als Gründe dafür nennen die Ökonomen die brummende Bauwirtschaft und die gute Verbraucherstimmung. Das Wachstum werde vermutlich aber nicht ganz das Durchschnittstempo des ersten Halbjahres erreichen. Im laufenden zweiten Quartal wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Einschätzung der Bundesbank jedoch kaum zulegen.

Milder Winter gibt Schub

Begünstigt von aussergewöhnlich mildem Winterwetter hatte die Konjunktur zu Jahresbeginn mit einem Plus beim BIP von 0,8 Prozent kräftig zugelegt. Da der Bau davon «weit über das saisonübliche Mass» profitiert habe, werde es im Frühjahr wegen statistischer Effekte einen Dämpfer geben. Die Voraussetzungen für ein recht kräftiges Wachstum in den nächsten Jahren seien jedoch weiter gegeben, meint die Bundesbank.

Sie veranschlagt laut ihrer jüngsten Prognose für dieses Jahr ein Plus beim BIP von 1,9 Prozent. 2015 und 2016 sollen dann Zuwachsraten von 2,0 beziehungsweise 1,8 Prozent folgen. Zuwanderer werden nach Ansicht der deutschen Zentralbank in Zeiten der Hochkonjunktur zum Stabilitätsanker der Wirtschaft. Da der Arbeitsmarkt in einer konjunkturellen Blütezeit praktisch leer gefegt sei, komme ihnen eine wichtige Rolle bei der Sicherung des Wachstums zu, schreiben die Bundesbank-Volkswirte. Zugleich trage Zuwanderung zum Boom am Immobilienmarkt bei, dessen Ende sich nicht abzeichne: «Die Neubauaktivitäten haben sich in den vergangenen Jahren zwar bereits deutlich verstärkt, gleichwohl dürfte die Ausweitung des Wohnungsbestandes in den besonders gefragten Ballungsräumen noch hinter dem Bedarf zurückbleiben, was in kräftigen Immobilienpreissteigerungen zum Ausdruck kommt.»

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(reuters/chb)