Seit dem Verhüllungsverbot im Tessin bangt die Schweizer Tourismus-Branche um Gäste aus den Golfstaaten. Kein Segment hat in den letzten zehn Jahren derart zugelegt. Mehr als verdoppelt hat sich in den letzten zehn Jahren der Zuspruch aus Saudi-Arabien, Kuwait, Oman, Katar, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten, berichtet der Sonntagsblick. Zählte Schweiz Tourismus 2003 noch 248 674 arabische Übernachtungen, waren es im letzten Jahr demnach schon 518 842.

«Ein nationales Burka-Verbot könnte negative Auswirkungen haben auf die Schweiz», sagte die Direktorin des Schweizer Tourismus-Verbands, Barbara Gisi, zu Sonntagsblick. «Touristen aus den Golfstaaten werden sich überlegen, ob sie künftig in die Schweiz gehen sollen.»

Es könnte für die Schweiz teuer werden. Denn Araber sind spendierfreudig. Sie geben 2,84 Mal mehr aus als durchschnittliche Schweiz-Besucher, ergab eine Befragung von Schweiz Tourismus. Täglich sind es 2815 Franken, hat der Sonntagsblick zusammen mit einem Ökonomen der Universität St. Gallen berechnet. Arabische Touristen trugen somit 1,46 Milliarden Franken zur Schweizer Wirtschaft bei. 1,5 Prozent der Schweiz-Besucher leben in der Golfregion. Sie bringen aber 4,2 Prozent der touristischen Wertschöpfung.

(moh)