In China mehren sich die Anzeichen für eine drohende Pleitewelle unter den hoch verschuldeten Unternehmen des Landes. Einem Medienbericht zufolge platzte in der Volksrepublik binnen weniger Wochen bereits eine zweite Firmenanleihe: Der Baumaterial-Produzent Xuzhou Zhongsen Tonghao New Board konnte seine Zinsen auf einen umgerechnet gut 21 Millionen Euro (180 Millionen Yuan) schweren Bond nicht bezahlen, wie die Zeitung «21st Century Business Herald» berichtete.

Als Anfang März der Solarhersteller Chaori Solar Energy Science and Technology seine Zinszahlungen nicht mehr bedienen konnte, führte dies zu Verunsicherung an den Börsen. Schliesslich war der Staat strauchelnden Unternehmen bisher immer zu Hilfe geeilt.

«Zombie-Firmen»

Nach Einschätzung von Experten können sich China-Anleger offensichtlich nicht mehr darauf verlassen, dass auch riskantere Anleihen mit einer impliziten Staatsgarantie geschützt sind. Nach dem Platzen der ersten Anleihe erklärte die Führung in Peking, dass weitere Ausfälle schwer zu verhindern seien. Der zweite Fall dürfte die Angst der Behörden vor den Risiken sogenannter «Zombie-Firmen» weiter schüren. Solche Konzerne werden künstlich am Leben gehalten mit Krediten, die schliesslich nur noch der Finanzierung explodierender Unternehmensschulden dienen. Die hohe Verschuldung gilt als massives Risiko für die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft.

Die nun in die Schlagzeilen geratene Firma Xuzhou Zhongsen war zunächst nicht zu ereichen. Am Dienstag reagierte der Aktienmarkt in Shanghai gelassen. Der zentrale Börsenindex schloss 0,7 Prozent höher.

(reuters/chb)