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China-Schocker schickt Börsen in den Keller

Börsen: Keine Glückskekse aus China. (Bild: Keystone)

Bei den Börsianern geht die Angst vor einer Finanzkrise in China um. Auch ein möglicher Stopp der Geldschwemme aus den USA begeistert die Börsen nicht.

Veröffentlicht am 24.06.2013

Die Furcht vor einer Finanzkrise in China und einer abebbenden Geldschwemme in den USA hat die Anleger am Montag von den Börsen vertrieben. Der Dax schloss auf dem tiefsten Stand seit Ende April, auch die US-Aktienindizes verzeichneten herbe Verluste. Rohstoffe wurden ebenso gemieden wie Anleihen aus den USA und Deutschland. Nur der Dollar konnte zulegen.

Der Dax beendete den Handel mit einem Abschlag von 1,2 Prozent bei 7692,45 Punkten. Der EuroStoxx50 gab 1,4 Prozent auf 2513 Stellen nach. Für Unruhe sorgten die steigenden Geldmarkt-Zinsen in China. Die Zentralbank forderte die Kreditinstitute der Volksrepublik auf, die Steuerung der Liquidität zu verbessern. Weil sich die chinesischen Währungshüter weigern, den Markt weiterhin mit Geld zu fluten, versuchen sich die Banken bei anderen Geldhäusern einzudecken. Die starke Nachfrage hatte die Zinsen für kurzfristige Darlehen am Freitag zeitweise auf 25 Prozent in die Höhe schiessen lassen.

«Investoren haben Angst, dass die derzeitigen Spannungen im chinesischen Bankensystem das Wachstum der Volksrepublik weiter schwächen könnten», sagte ein Händler. Die Anleger seien ohnehin schon durch die Aussicht auf eine baldige Straffung der US-Geldpolitik stark verunsichert.

An der Wall Street fiel der Dow Jones mit den 30 Standardwerten 1,5 Prozent auf 14.577 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 1,8 Prozent auf 1563 Zähler. Der Nasdaq notierte 1,7 Prozent im Minus bei 3301 Punkten. In New York wirkte wie auch in Europa noch die Ankündigung der US-Notenbank aus der vergangenen Woche nach, die Geldpolitik gegebenenfalls noch in diesem Jahr zu straffen. Unter dieser Aussicht litten die Börsen in den Schwellenländern: Die Aktienleitindizes in Brasilien und Mexiko gaben drei beziehungsweise zwei Prozent nach.

Börse Shanghai rauscht in den Keller

Die Börse Shanghai rutschte am Montag sogar um mehr als fünf Prozent ab, in Hongkong sanken die Kurse um mehr als zwei Prozent. Besonders Finanzaktien gehörten zu den Verlierern: Das entsprechende Kursbarometer brach in Shanghai um 7,1 Prozent ein, das ist der grösste Kursverlust seit November 2008. Auch in Europa zählten Finanzwerte mit einem Abschlag von 1,4 Prozent zu den schwächsten Titeln.

Am Rohstoffmarkt litten die Preise für Öl und Kupfer unter den China-Sorgen. Das Industriemetall notierte zeitweise drei Prozent schwächer bei 6613,50 Dollar je Tonne und war damit so billig wie zuletzt im Oktober 2011. Die Nordsee-Ölsorte Brent gab bis zu 1,2 Prozent auf 99,67 Dollar je Barrel nach.

Anleihen waren ebenfalls nicht gefragt, da vor allem die Federal Reserve als Käufer von US-Papieren in Zukunft ausfallen könnte. Der Bund-Future fiel unter die Marke von 140 Punkten und notierte damit so niedrig wie seit Oktober 2012 nicht mehr.

Dagegen stieg der Dollar-Index, der gegenüber einem Korb von sechs anderen wichtigen Währungen ermittelt wird, um 0,4 Prozent. Der Euro rutschte unter die Marke von 1,31 Dollar.

(chb/tke/reuters)

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