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Geldpolitik
China stemmt sich mit Zinssenkung gegen Flaute

Chinas Notenbank: Der Leitzins wurde abermals gesenkt. Keystone

Die chinesische Notenbank hat ihre Geldpolitik weiter gelockert. Der Leitzins wird nochmals gesenkt. Das soll Peking dabei helfen, das Wachstumsziel von sieben Prozent doch noch zu erreichen.

Veröffentlicht am 23.10.2015

Chinas Notenbank reagiert auf die Konjunkturabkühlung mit einer weiteren Zinssenkung. Die Währungshüter in Peking senkten den Leitzins mit einjähriger Laufzeit am Freitag um einen Viertelpunkt auf 4,35 Prozent. Es war bereits die sechste geldpolitische Lockerung seit November 2014. Zugleich deutete die Zentralbank ihre Bereitschaft an, bei Bedarf nachzulegen.

Die Wirtschaft sei weiter von Abwärtsrisiken bedroht. Daher werde Peking die geldpolitischen Mittel flexibel einsetzen. Ministerpräsident Li Keqiang kündigte zudem im Rundfunk an, die Spielräume in der Haushaltspolitik zur Stimulierung der Wirtschaft zu nutzen.

Börsenkurse schiessen in die Höhe

Die Finanzmärkte reagierten positiv auf den Schritt: In Zürich weitete der SMI seine Gewinne aus. Und in den USA legten die Aktienfutures vor Börsenbeginn zu.

Flankierend zur Zinssenkung verschaffte die Notenbank den Geldinstituten des Landes mehr Spielraum zur Kreditvergabe. Sie müssen künftig weniger Kapital als Mindestreserve bereithalten. Das bedeutet, dass weniger Geld als Sicherheit gebunden ist und mehr Mittel für Darlehen bereitstehen. Der entsprechende Mindestreservesatz für die Grossbanken wurde damit um einen halben Punkt auf 17,5 Prozent gekappt. Die Notenbank senkte die Anforderungen damit zum vierten Mal in diesem Jahr.

Niedrigstes Wachstum seit Anfang 2009

Das Wirtschaftswachstum war in der Volksrepublik zuletzt unter die Marke von sieben Prozent gerutscht - das ist das niedrigste Quartalsplus seit den Zeiten der globalen Finanzkrise Anfang 2009. Viele Experten hatten daher bereits erwartet, dass die Zentralbank ihre Schatulle weiter öffnen wird, um der Wirtschaft mehr Fahrt zu verleihen.

Ministerpräsident Li Keqiang sprach vor wenigen Tagen von Schwierigkeiten, das Wachstumsziel zu erfüllen. Der für 2015 angepeilte BIP-Anstieg von rund sieben Prozent sei angesichts der globalen Abkühlung nicht einfach zu erreichen.

(reuters/mbü)

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