Chinas Finanzminister Lou Jiwei zweifelt daran, dass Europa seine Schuldenkrise schnell in den Griff bekommt. «Ich bin sehr in Sorge um Europa. Ich mache mir Gedanken, ob sie aus dem Ärger in den kommenden zehn Jahren herauskommen», sagte Lou auf einem Wirtschaftsforum.

Zugleich wies der erst seit Kurzem im Amt befindliche Finanzminister darauf hin, dass Probleme im Ausland auch Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft hätten. Diese ist immer stärker von der Auslandsnachfrage abhängig.

Sollten sich die äusseren Bedingungen verbessern, könne die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt schneller einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, sagte Lou. Sei dies nicht der Fall wäre es schwierig, das Haushaltsdefizit schnell zu reduzieren.

Schlechteste Ergebnis seit 1999

Die Ausgaben des Staates stiegen stetig und die Einnahmen legten lediglich im einstelligen Prozentbereich zu. China hat zuletzt vor allem stark in den Aufbau der Infrastruktur investiert.

Die neue Regierung in Peking hat für die Wirtschaft 2013 ein Wachstumsziel von 7,5 Prozent ausgegeben. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandprodukt noch um 7,8 Prozent gestiegen.

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Von solchen Werten können westliche Industriestaaten nur träumen - für China war es jedoch das schlechteste Ergebnis seit 1999. Einige Ökonomen gehen davon aus, dass die Wachstumsraten Ende des Jahrzehnts näher an 5 Prozent dran sind als an den 10 Prozent im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.

(tno/rcv/sda)