Chinas Wirtschaft ist nach Einschätzung von Finanzminister Lou Jiwei weit von einer Krise entfernt. Innerhalb der G20 nehme niemand an, dass der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft eine harte Landung bevorstehe, sagte Lou der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in einem Interview am Rande des Finanzministertreffens der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Moskau. Das Wirtschaftswachstum könne sogar wieder anziehen.

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Zugleich bekräftigte er, fürs laufende Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt wohl um 7,5 Prozent zulegen. In diesem Tempo war die Wirtschaft im zweiten Quartal gewachsen. Für China ist das ein magerer Wert: Lange trumpfte das Land mit zweistelligen Wachstumsraten auf.

Mehr Spielraum für Banken

Lou hatte erst kürzlich mit Aussagen für Verwirrung gesorgt, das Wachstum könne auf sieben Prozent sinken. Xinhua korrigierte im Nachhinein diese Angaben jedoch. Um China zurück auf den Wachstumspfad zu bringen, lässt die Regierung nun auch den Banken bei der Kreditvergabe an Verbraucher und Firmen mehr Spielraum.

Laut Lou tragen die Bemühungen, die chinesische Wirtschaft stärker auf den Dienstleistungssektor zu fokussieren, erste Früchte. Zugleich betonte er, die Steuerreformen würden fortgesetzt und die Bürokratie für Unternehmen abgebaut.

Bezüglich der Ängste vor einer Immobilienblase sagte Lou: «Vielen Bauträgern fehlt es an Zuversicht, und viele Käufer halten sich zurück.» Damit müsse sich das Kabinett weiter beschäftigen.

(jev/sda)