Das Wachstumsziel für Chinas Wirtschaft von sieben Prozent ist nach den Worten von Ministerpräsident Li Keqiang nicht in Stein gemeisselt. Er habe aber Vertrauen in die Fähigkeit der Volksrepublik, ihre gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu meistern, sagte Li am Samstagabend nach Regierungsangaben in einer Rede vor der Zentralen Parteischule.

Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt hat im Quartal von Juli bis September um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt und damit erstmals das angepeilte Plus von sieben Prozent verfehlt. Dieses Ziel hatte Li noch im März bei der Sitzung des Volkskongresses ausgegeben.

Gründe für Optimismus

Nun sagte der Ministerpräsident laut Regierungsangaben: «Wir haben nie gesagt, dass wir an irgendeinem Ziel bis zum Tod festhalten sollten, sondern dass die Wirtschaft in vernünftigen Bandbreiten arbeiten sollte.» Chinas Wirtschaft habe sich – gemessen an den Problemen der Weltwirtschaft – im vergangenen Jahr nicht schlecht entwickelt, sagte Li.

Es gebe Gründe für Optimismus, dazu gehörten eine steigende Beschäftigung, mehr Ausgaben für Reisen und ein rasch wachsender Dienstleistungsbereich, sagte Li. «Die harte Arbeit der Menschen im ganzen Land und das enorme Potenzial der chinesischen Wirtschaft machen uns zuversichtlich, dass wir die verschiedenen Schwierigkeiten bewältigen können», sagte er.

Zinssenkung am Freitag

Erst am Freitag hatte die chinesische Zentralbank zum sechsten Mal in Folge seit Ende vergangenen Jahres den Leitzins gesenkt und den Banken mehr Spielraum zur Kreditvergabe eingeräumt, um das Wachstum der ins Stottern geratenen Wirtschaft anzukurbeln.

Anzeige

(sda/ise)