Chinas Zentralbank hat den Yuan (Renminbi) mit einem erneuten Eingreifen auf Talfahrt geschickt. Die Bank setzte am Mittwochmorgen den Referenzkurs auf 6,3306 Yuan pro Dollar fest - ein Abschlag für die chinesische Währung von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vortag.

Bereits am Dienstag hatte die Bank den Referenzkurs um 1,9 Prozent gesenkt, und damit den Yuan im Verhältnis zum US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren geschickt. Unklarheit herrscht nun darüber, ob noch weitere Abwertungsschritte folgen.

«Einmalige Massnahme»

Die Zentralbank schrieb zwar am Mittwoch in einer Stellungnahme: «Momentan gibt es keinen Basis dafür, die Abwertung des Wechselkurses fortzusetzen». Allerdings hatten die Geldwächter schon beim der Intervention am Vortrag betont, dass es sich um eine «einmalige Massnahme» handelte.

Analysten glauben, dass der schwächere Yuan der Exportindustrie des Landes helfen wird. Die Ausfuhren Chinas waren im Juli um 8,3 Prozent im Vergleich zum Juli des Vorjahres eingebrochen.

Positiv bewertet

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die neue Methode der chinesischen Zentralbank zur Bestimmung des täglichen Referenzkurses der Landeswährung Yuan positiv. Die Marktkräfte dürften künftig eine grössere Rolle bei der Festlegung des Wechselkurses haben, teilte der IWF mit.

Dies sei ein «willkommener Schritt» in Richtung einer grösseren Flexibilität. Der Fonds gehe davon aus, dass China in zwei bis drei Jahren ein frei schwankendes Wechselkurssystem haben könnte.

Der Yuan ist keine frei schwankende Währung wie etwa der Euro. Vielmehr ist er an den Kurs des Dollar gebunden: Die Zentralbank bestimmt arbeitstäglich einen Referenzkurs, um den der Yuan um maximal zwei Prozent schwanken darf. Am Dienstag legte sie ihn auf 6,2298 Yuan je Dollar fest, nach 6,1162 Dollar am Montag - die bislang grösste Anpassung binnen eines Tages.

(awp/sda/reuters/dpa/chb)

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