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Kritik
Cyberangriff: Europol sieht Fehler bei Konzernen

Cyberangriff: EU-Polizeibehörde sieht Fehler bei Unternehmen
Computer: Der Cyberangriff hat weltweit für Probleme gesorgt. Keystone

Aus Sicht der EU-Polizeibehörde hat der Cyberangriff nur wegen der Nachlässigkeit von Konzernen viel Schaden angerichtet. Die Firmen hätten die Gefahr von Cyberattacken nicht genügend Ernst genommen.

Angesichts wiederholter Cyberangriffe hat der Chef der europäischen Polizeibehörde Europol, Rob Wainwright, die Nachlässigkeit von Unternehmen kritisiert. «Viele internationale Konzerne haben ihre Computersysteme noch nicht einmal grundlegend gesichert», sagte Wainwright der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstagausgabe).

Schon der Angriff mit der Schadsoftware «WannaCry» vor sechs Wochen sei ein Beispiel dafür gewesen, wie Konzerne digital erpresst worden seien. Dies sei durchaus vermeidbar gewesen: «WannaCry war kein High-Tech-Angriff.» Unternehmen müssten nun dringend nachrüsten.

Schwerpunkt in der Ukraine

Weltweit waren am Dienstag und Mittwoch Tausende Computer einem erneuten Cyberangriff zum Opfer gefallen. Ursprung und Schwerpunkt der Attacke des zunächst landläufig «Petya» genannten Verschlüsselungstrojaners war Experten zufolge die Ukraine.

Vermutet wurde, dass sich die Schadsoftware von dort aus über die Netzwerke internationaler Unternehmen weiterverbreitete. Mehrere Konzerne meldeten zum Teil massive Störungen. Über die Urheber und das Motiv besteht Unklarheit.

«Eine Warnung für alle Unternehmen»

«Die Attacken sind eine Warnung für alle Unternehmen auf der ganzen Welt, ihre Hausaufgaben zu machen», ergänzte der Chef der europäischen Polizeibehörde. Wainwright rechnet künftig mit noch aggressiveren weltweiten Hackerattacken auf Firmen: «Das könnte jederzeit wieder passieren. Und auch noch schlimmer als bisher.»

(reuters/mbü)

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