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Dämpfer für globale Autoverkäufe erwartet

Im Vorfeld des Genfer Autosalons meldet der Branchenverband VDA durchzogene Erwartungen an die Verkäufe im Jahr. Ein Grund liegt im China-Geschäft.

Veröffentlicht am 06.03.2017

Das rasante Wachstum auf dem weltweiten Automarkt schwächt sich 2017 nach Einschätzung des Branchenverbandes VDA etwas ab. Der globale Pkw-Absatz werde voraussichtlich um drei Prozent auf 85 Millionen Neufahrzeuge wachse.

Dies teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag im Vorfeld des Automobil-Salons in Genf mit. Verglichen mit dem Vorjahresplus von 5 Prozent wäre das eine leichte Abschwächung. Ein Grund dafür ist, dass die Geschäfte in China – dem grössten Automarkt der Welt – nicht mehr so gut laufen wie zuletzt. Dort hatte es 2016 wegen einer Mehrwertsteuer-Absenkung für kleinere Autos ein Absatzplus von 18 Prozent gegeben.

Geringeres Plus in China

Zum Januar 2017 wurde der niedrige Steuersatz jedoch wieder etwas angehoben – daher rechnet die Branche in dem asiatischen Land nur noch mit einem Plus von 5 Prozent für 2017. Damit werde der Absatz dort in die Nähe der Marke von 25 Millionen Neufahrzeugen kommen.

In Deutschland bleibt die Nachfrage 2017 laut der Prognose «auf hohem Niveau stabil», und zwar bei 3,35 Millionen Neuzulassungen. In den USA werde ebenfalls ein sehr hohes Level gehalten werden – dort prognostiziert der Verband eine Bestätigung des bisherigen Rekordabsatzes von 17,5 Millionen Fahrzeugen.

Deutschland fürchtet US-Protektionismus

Besorgt äusserte sich VDA-Chef Matthias Wissmann über protektionistische Ankündigungen in den USA. «Wir nehmen diese [Ankündigungen] sehr ernst.« Er verwies zum einen auf 545'000 Neuwagen, die deutsche Autobauer 2016 in die USA exportiert haben.

Zum anderen unterstrich er die Bedeutung der heimischen Autobranche als Arbeitgeber in Amerika: Deutsche Autohersteller und Zulieferer beschäftigen in den Vereinigten Staaten 110'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Binnen sieben Jahren hätten die Hersteller ihre US-Produktion auf zuletzt 850'000 Fahrzeuge vervierfacht – von diesen wiederum werde gut die Hälfte aus den USA in andere Staaten exportiert. Die USA seien «ein wesentlicher Pfeiler unseres globalen Produktionsnetzwerks», sagte Wissmann. Protektionismus ist aus seiner Sicht das Gegenteil einer erfolgversprechenden Wirtschaftspolitik.

(sda/me)

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