Die dänische Notenbank will die Koppelung der Krone an den schwächelnden Euro unter allen Umständen verteidigen. «Wir sind bereit, alles zu tun, was nötig ist», sagte Zentralbank-Chef Lars Rohde der Nachrichtenagentur Reuters. Er nutzte dabei die gleiche Formulierung wie einst EZB-Chef Mario Draghi in der Euro-Schuldenkrise, der mit den Worten Investoren beruhigte und dafür sorgte, dass Krisenländer sich wieder zu erschwinglicheren Konditionen Geld leihen konnten.

Rohde ergänzte, die Zentralbank habe ausreichend Kronen zur Verfügung. «Das ist eine Option, die wir nutzen können, und sie hat kein Limit.» Es gebe weitere Möglichkeiten, die bislang noch nicht zum Einsatz gekommen seien. Die Notenbank hat im vergangenen Monat mit über 100 Milliarden Kronen – umgerechnet über 13 Milliarden Euro – am Devisenmarkt interveniert, damit die Krone in einer engen Spanne zum Euro bleibt und die dänische Exportwirtschaft nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Eigenes Kaufprogramm für Staatsanleihen nicht ausgeschlossen

Die europäische Gemeinschaftswährung hat zuletzt massiv abgewertet, weil Draghi Staatsanleihekäufe im Volumen von rund 1,1 Billionen Euro angekündigt hat. Damit will die Europäische Zentralbank (EZB) die aus ihrer Sicht viel zu niedrige Inflation anheizen und auch für mehr Wachstum sorgen.

Rohde sagte, ein eigenes Kaufprogramm für Staatsanleihen sei nicht ausgeschlossen, auch wenn es derzeit keine entsprechenden Pläne gebe. Die Strafzinsen auf Einlagen von zuletzt 0,75 Prozent würden noch für «eine ziemliche lange Zeit» bestehen bleiben oder könnten sogar ausgeweitet werden.

(reuters/dbe)

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