Die dänische Notenbank kämpft weiter um die Anbindung ihrer Währung an den Euro. Um den starken Aufwertungsdruck auf die Krone zu dämpfen, hat sie abermals einen ihrer Leitzinsen gesenkt. Wie die Zentralbank mitteilte, fällt der Zins für Bankeinlagen bei der Notenbank um weitere 0,25 Punkte auf minus 0,75 Prozent. Es ist bereits die vierte Zinssenkung innerhalb von zweieinhalb Wochen.

Auslöser der Zinssenkungsrunde ist die neue Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB). Die im März beginnenden Anleihekäufe von insgesamt mehr als einer Billion Euro schwächen die europäische Gemeinschaftswährung. Die Krone steht dagegen unter Aufwertungsdruck. Allerdings ist die Krone seit Gründung der Währungsunion fest an den Euro gebunden. Die dänische Notenbank muss deshalb dafür sorgen, dass ihre Währung sich in einer Spannbreite von 2,25 Prozent nach oben und unten um den Zentralkurs von 7,46 Kronen je Euro bewegt.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

SNB nicht vergleichbar mit dänischer Notenbank

Dazu greift sie neben Zinssenkungen auch auf direkte Marktinterventionen zurück. Konkret kauft sie Fremdwährungen gegen dänische Kronen. Ihre Devisenreserven steigen dadurch stark an. Nach Zahlen vom Dienstag lagen sie Ende Januar bei 564 Milliarden Kronen (etwa 75 Milliarden Euro). Allein im Januar hat die Notenbank mehr als 100 Milliarden Kronen am Markt verkauft, um die heimische Währung zu schwächen.

Nachdem die Schweizer Notenbank SNB die Bindung des Franken an den Euro Mitte Januar aufgegeben hatte, wird darauf spekuliert, dass ihr die dänische Notenbank folgen könnte. Bankanalysten weisen jedoch darauf hin, dass die beiden Fälle nicht gleichzusetzen sind: Während die Schweiz den Franken nur übergangsweise an den Euro gebunden hatte, um ihn nicht noch stärker aufwerten zu lassen, ist die Anbindung der Krone dauerhaft. Sie ist vertraglich festgeschrieben, da Dänemark dem «Wechselkursmechanismus II» beigetreten ist. Experten sprechen auch von einem «heimlichen Mitglied» des Euroraums.

(awp/dbe/ama)