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Stellungnahme
Danthine verteidigt Kommunikation der SNB

SNB-Vize Jean-Pierre Danthine: «Bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren.» Keystone

Laut SNB-Vize Jean-Pierre Danthine hätte eine Ankündigung des Mindestkurs-Endes zu massiven Frankenzuflüssen geführt. Die Nationalbank sei nun grundsätzlich bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren.

Veröffentlicht am 27.01.2015

SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine verteidigt, dass er sich kurz vor Aufhebung des Mindestkurses zum Euro noch zu dem Instrument bekannt hatte. Wäre die Aufhebung angekündigt worden, wäre es nach seiner Einschätzung zu «enormen» Frankenzuflüssen gekommen.

Danthine hatte drei Tage vor der Aufhebung im Westschweizer Fernsehen den Mindestkurs noch als zentrales Instrument der Schweizerischen Nationalbank bezeichnet. Diese Äusserungen waren von Politikern und Wirtschaftsvertretern als schädlich für die Glaubwürdigkeit der Nationalbank kritisiert worden.

Spekulationen haben zu Frankenzuflüssen geführt

Danthine verteidigte das Vorgehen nun in einem Interview, das am Dienstag in den Zeitungen «Tages-Anzeiger», «Der Bund», «24 Heures» und « Tribune de Genève» erschien. «Am Wochenende vor diesem Interview war die Presse voller Spekulationen über die Aufhebung des Mindestkurses», sagte er.

Die Spekulationen alleine hätten schon zu «erhöhten Frankenzuflüssen geführt». «Hätte ich das auf den Montag geplante Interview damals abgesagt oder in diesem Interview Zweifel am Mindestkurs geäussert, so hätte die Glaubwürdigkeit des Mindestkurses stark gelitten und die Zuflüsse hätten sich enorm intensiviert», sagte er weiter.

Keine andere Kommunikation

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe keine andere Wahl gehabt bei der Kommunikation. «Bei Angelegenheiten wie dem Mindestkurs kann es keine 'forward guidance', also keine offene Vorbereitung der Öffentlichkeit und die Finanzmärkte geben», sagte Danthine.

Auf die Frage, unter welchen Umständen die SNB nun am Markt interveniere, sagte Danthine: «Wir sind grundsätzlich bereit, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren.» Er zeigte sich überzeugt, dass der Markt sich noch nicht eingependelt hat. Es könne noch einige Zeit dauern, bis sich am Devisenmarkt ein neues Gleichgewicht eingestellt habe.

Giroguthaben drastisch angeschwollen

Es gibt Anzeichen, dass die Nationalbank in den vergangenen Tagen in grösserem Ausmass gegen eine weitere Frankenaufwertung interveniert hat. So nahmen die Giroguthaben inländischer Banken um fast 26 Milliarden Franken auf 365,5 Milliarden Franken zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit vielen Monaten. Auch die Sichtguthaben nahmen um 26 Mrd. Fr. zu.

Vor Danthine hatten bereits die beiden anderen Direktionsmitglieder, Präsident Thomas Jordan sowie Fritz Zurbrügg, öffentlich den Schritt erklärt, mit dem die Nationalbank die Finanzmärkte weltweit überrascht hatte. Zurbrügg sagte, die Verteidigung des Mindestkurses habe immer grössere Interventionen nötig gemacht.

(sda/dbe)

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