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Nachfolge
Das Rennen um die IWF-Spitze ist eröffnet

Christine Lagarde: Schon seit viereinhalb Jahren im Amt. Keystone

Im Juli endet die fünfjährige Amtszeit von Christine Lagarde. Ob sie vom IWF-Thron gestossen wird, ist noch offen. Deutschland, Frankreich und Grossbritannien unterstützen jedenfalls die Französin.

Veröffentlicht am 21.01.2016

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien haben mit ihrer Unterstützung für eine zweite Amtszeit von Christine Lagarde das Rennen um den Spitzenjob des Internationalen Währungsfonds (IWF) eingeläutet.

«Frau Lagarde war in den schwierigen Zeiten nach der Finanzkrise eine umsichtige und erfolgreiche Krisenmanagerin», begründete das deutsche Finanzministerium am Donnerstag in Berlin seine Entscheidung. Auch der französische Ministerpräsident Manuel Valls sicherte Lagarde am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos seine Unterstützung zu.

Visionäre Lagarde

«Die Welt sieht sich einem gefährlichen Cocktail von Risiken ausgesetzt», erklärte der britische Finanzminister George Osborne. Lagarde habe die Vision, die Energie und den Scharfsinn, um die Weltwirtschaft durch die kommenden Jahre zu steuern. Deshalb werde er Lagarde nominieren.

Lagarde selbst hat Interesse an einer zweiten Amtsperiode signalisiert. Bislang hat sie keine Herausforderer. Diese können seit diesem Donnerstag ihre Kandidatur anmelden.

Thiam hat kein Interesse

Nicht Nachfolger von Lagarde werden will der Konzernchef der Credit Suisse, Tidjane Thiam. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC in Davos hat er entsprechende Spekulationen zurückgewiesen. «Ich will meinen jetzigen Job bei der Credit Suisse gut machen und konzentriere mich voll darauf. Und ich will liefern, was ich versprochen habe», sagte der Chef der Grossbank dem US-Sender. Er wolle nicht spekulieren. Er habe einen wichtigen Job zu erfüllen und werde dabei sein Bestes geben.

Die frühere französische Finanzministerin Lagarde war 2011 an die Spitze des IWF gewählt worden und setzte sich dabei gegen den mexikanischen Zentralbankchef Augustin Carstens durch. Ihre fünfjährige Amtszeit endet am 5. Juli. Allerdings könnte Lagarde noch juristisch ausgebremst werden.

Drohendes Verfahren in Paris

Im Dezember entschied ein Gericht in Paris, dass ihr wegen ihrer Rolle bei einer 400-Millionen-Euro-Zahlung an den Unternehmer Bernard Tapie ein Verfahren droht. Das Geld war dem Unterstützer des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy während der Amtszeit Lagardes als Finanzministerin als Schadenersatz zuerkannt worden. Damit sollten Verluste ausgeglichen werden, die Tapie 1992 beim Verkauf von Adidas-Anteilen entstanden sein sollen.

Der IWF ist der wichtigste internationale Unterstützer bei Finanz- oder Wirtschaftskrisen. So war er beispielsweise bei den Rettungsprogrammen für Griechenland und andere Euro-Länder an Bord. Die Rolle des IWF ist umstritten, da er im Gegenzug für seine Beteiligung in der Regel harte Sparprogramme fordert.

(sda/ise/ama)

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