Der Schritt sei eine komplette Überraschung gewesen, so die Grossbank UBS in einer Mitteilung von Investmentchef Mark Haefele. «Die Nationalbank hat im Vorfeld des Entscheids keinerlei Anzeichen gezeigt, dass sie von ihrer Mindestkurspolitik abrücken will.»

Ganz im Gegenteil, die SNB habe immer wieder betont, dass sie den Franken weiterhin für überbewertet hält, schreibt die UBS. Mit dem heutigen Entscheid wurde die Währung aber in eine andere Richtung geschickt. Und während der Franken in die Höhe schoss, stürzte der Schweizer Leitindex SMI ab.

Massive Auswirkungen

Mit gutem Grund. «Der negative Einfluss des Entscheids für die Schweizer Wirtschaft wird massiv sein», schreibt Haefele. Die Inflation könnte im Vergleich zum Vormonat um bis zu 0,9 Prozent zurückgehen. Schweizer Exporteure dürften rund 5 Milliarden Franken oder 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukt verlieren, so die UBS.

Auch Portfolios die auf der Grundlage der UBS-Anlagestrategie geführt werden dürften von der plötzlichen Nachfrage nach dem Franken und dem Absturz an der Börse betroffen sein, da man Schweizer Aktien aus taktischen Gründen übergewichtet, den Schweizer Franken dagegen untergewichtet habe.

«Extreme Volatilität»

Kurzfristig erwartet die UBS «extreme Volatilität» am Markt. Wo sich der Franken einpendeln werde, sei im Moment noch nicht abzuschätzen. Laut Haefele ist aber zu erwarten, dass auch das neue Gleichgewicht sich bei einer Unterbewertung des Euro einpendelt. Laut UBS würde erst ein Kurs von etwa 1.28 dem realen Kaufkraftwert des Frankens entsprechen.

(gku/tno)