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Das schleichende Sterben der Industrie

Industriearbeiter: Schweizweit sind in einem Jahr 2000 Industriejobs verschwunden. Keystone

Immer mehr Personen finden eine Beschäftigung in der Schweiz. Das gilt aber nur für die Dienstleistungsbranche. In der Industrie schrumpft die Zahl der Angestellten.

Veröffentlicht am 25.08.2015

Trotz «Frankenschock» hat die Beschäftigung in der Schweiz im zweiten Quartal 2015 zugenommen. Die Zahl der Beschäftigten stieg gegenüber dem ersten Quartal um 0,4 Prozent. Innert Jahresfrist beträgt die Zunahme 1,2 Prozent auf 4,244 Millionen Beschäftigte. Auch auf Vollzeitstellen gerechnet resultierte ein Plus (+1,1 Prozent), wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.

Allerdings legte nur der Dienstleistungssektor zu (+1,6 Prozent im Jahresvergleich), während die Industrie eine leicht abnehmende Tendenz zeigte (-0,1 Prozent). Damit gingen in der Industrie 2000 Stellen verloren, während bei den Dienstleistern 50'000 Stellen hinzu kamen.

Boomendes Gesundheitswesen

Nach Branchen legte das Gesundheits- und Sozialwesen am stärksten zu, nämlich um 26'000 Beschäftigte oder 4,7 Prozent. Demgegenüber büsste das Gastgewerbe um 0,7 Prozent ein.

In allen sieben Grossregionen wurde eine Zunahme der Beschäftigung gemessen. Am stärksten legte die Zentralschweiz zu (+3,6 Prozent). Während der Dienstleistungssektor in allen Regionen expandierte, schrumpfte die Beschäftigung in der Industrie in der Genferseeregion (-1,4 Prozent), im Espace Mittelland (-0,9 Prozent) und in der Ostschweiz (-0,4 Prozent).

Weniger offene Stellen

Auch wenn der Arbeitsmarkt auf Konjunkturschocks wie die Aufhebung des Euro-Mindestkurses nur verzögert reagiert, zeigten sich bereits im zweiten Quartal einige Eintrübungen der Lage. So sank die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um 4400 oder 8,3 Prozent. In der Industrie alleine sind es gar 23,5 Prozent weniger, im Dienstleistungssektor beträgt der Rückgang 2,9 Prozent.

Und der Indikator der Beschäftigungsaussichten ist leicht zurückgegangen (-1,4 Prozent). Er lag aber weiterhin über dem Wert von 1,00, sowohl im sekundären (1,01) als auch im tertiären Sektor (1,03).

Beste Chancen in der IT-Industrie

Diese Ergebnisse sprechen laut BFS dafür, dass der Personalbestand im dritten Quartal in der Industrie stagnieren und im Dienstleistungssektor weiter ansteigen wird.

Die besten Aussichten gibt es wiederum in der Informatikbranche. In der Industrie sind die Beschäftigungsaussichten nur in der Uhrenbranche und im Baugewerbe positiv.

(sda/ise)

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