Nach dem Flug um die Welt im Solarflieger setzen sich Bertrand Piccard und André Borschberg nicht zur Ruhe. Sie schreiben ein Buch, wollen einen internationalen Rat für saubere Technologien gründen und Solardrohnen bauen. Was mit ihrem Rekordflieger passiert, ist offen.

Es gebe zahlreiche Angebote von Museen und weiteren Interessenten, die das in der Schweiz gebaute Solarflugzeug «Solar Impulse 2» (HB-SIB) erwerben wollten, sagte Flugpionier Bertrand Piccard im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Es wäre grossartig, wenn das Flugzeug in Payerne VD stationiert werden könnte, meinte Mitpilot Borschberg, der wie Piccard im Waadtland lebt.

Weitere Tests sind möglich

Vorläufig bleibt der zierliche Experimentalflieger von Wind und Wetter geschützt in einer Halle am Flugplatz Al-Bateen im Emirat Abu Dhabi. Innert eines Monats wollen Piccard und Borschberg über die nächsten Schritte entscheiden. Möglicherweise geht «Solar Impulse» für weitere Tests in die Luft. Das Flugzeug dürfte noch rund 1000 Flugstunden absolvieren. Bisher hat es gut 560 Stunden hinter sich. Weiter wollen die beiden Abenteurer ein Buch schreiben, wie sie im Gespräch verrieten.

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In diesem wollen Piccard und Borschberg auch ihre Erlebnisse während der Erdumrundung schildern. Der Datenanbieter Statista hat den Rekordflug der Abenteurer in einer Grafik dargestellt – klicken Sie hier hier, um sie im Grossformat zu betrachten.

Komitee für saubere Technolgie

Die beiden Schweizer Wissenschaftler kündigten zudem die Gründung eines weltweiten Komitees für saubere Technologien an. Die Nicht-Regierungsorganisation soll etwa Firmen in Energiefragen beraten, wie Piccard erklärte. Die Forscher wähnen bereits 400 Partner hinter sich, darunter Fürst Albert II von Monaco, der britische Unternehmer Richard Branson und der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan.

Bereits früher angekündigt hatten Piccard und Borschberg Pläne zur Entwicklung von Solardrohnen. Die unbemannten Flugobjekte könnten der Kommunikation dienen sowie für die Überwachung der Landwirtschaft oder des Wetters eingesetzt werden, sagte Borschberg. Die Fluggeräte oberhalb des Flugverkehrs in der Stratosphäre sollen während bis zu sechs Monaten in der Luft bleiben. Sie könnten dereinst Satelliten ablösen.

Facebook testet Internet-Drohnen

Eine Solardrohne bereits entwickelt hat der US-Konzern Facebook. Das Unternehmen will mit dem Gerät namens Aquila die Verbreitung des Internets in entlegenen Weltgegenden vorantreiben. Auch Google tüftelt an Solardrohnen.

(sda/mbü)

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