Die Europäische Zentralbank (EZB) denkt laut Kreisen über eine Senkung des Einlagensatzes in den negativen Bereich nach. Der Zins, zu dem Banken bei der EZB Geld parken, könnte demnach auf minus 0,1 Prozent reduziert werden, falls eine weitere Lockerung der Geldpolitik notwendig werden sollte, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Agentur beruft sich dabei auf zwei Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind.

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Ein so kleiner Zinsschritt wäre ungewöhnlich, da die EZB normalerweise ihren Zins um 0,25 Prozentpunkte reduziert. Kreisen zufolge gibt es auch im EZB-Rat weiterhin Gegner eines solchen Schritts im EZB-Rat. Am 7. November hatte die die EZB den Leitzins von 0,5 Prozent auf ein neues Rekordtief bei 0,25 Prozent reduziert. Der Einlagensatz blieb damals aber unverändert bei Null Prozent.

Experten sind sich uneins

Einige Experten sehen in einem negativen Einlagensatz ein wirksames Instrument gegen die Deflation. Andere Beobachter warnen jedoch vor möglichen Gefahren. So habe der negative Einlagesatz in Dänemark sogar zu steigenden Kreditzinsen am Markt geführt. In der Eurozone hat es bis jetzt noch keinen negativen Einlagezins gegeben. EZB-Chef Mario Draghi hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass ein Senken der Einlagenzinsen unter die Marke von Null Prozent grundsätzlich möglich sei.

Der Eurokurs geriet nach der Kreise-Meldung stark unter Druck und fiel auf ein Tagestief von 1,3453 US-Dollar. Die Aktienmärkte in Deutschland und der Schweiz legten kurzzeitig zu.

(awp/muv)