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Fussball-Europameisterschaft
Der deutsche Handel hofft auf die Fussball-EM

Berlin, DEU, 20.06.06 - Fussballfans jubeln waehrend des Spiels der Deutschen Mannschaft in der Fanmeile in Berlin. Berlin, Germany, 20.06.06 - Soccer fans cheer during the game of the German team at the Fanmeile in Berlin. (KEYSTONE/SUEDDEUTSCHE ZEITUNG PHOTO/JOCHEN ECKEL)
Fussballfans in Deutschland (2006): Das Land bewirbt sich für die Ausrichtung der EM 2024.Quelle: SZ Photo / Eckel, Jochen

Die deutsche Wirtschaft setzt auf den Fussball: Falls das Land die EM ausrichtet, erwartet der Handel zusätzliche Milliardeneinnahmen.

Veröffentlicht am 25.09.2018

Die deutsche Wirtschaft verspricht sich von einer Fussball-Europameisterschaft 2024 im eigenen Land zusätzliche Geschäfte in Milliardenhöhe. «Das Sommermärchen von 2006 hat dem Handel einen geschätzten zusätzlichen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro gebracht», sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes HDE, Stefan Genth, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die Weltmeisterschaft vor zwölf Jahren. «Von einer EM in Deutschland sind ähnliche Effekte zu erwarten.»

Der europäische Fussball-Verband UEFA entscheidet am Donnerstag, wo das Turnier stattfindet. Neben Deutschland bewirbt sich die Türkei als Ausrichter. Deren Präsident Recep Tayyip Erdogan wird am Tag der Entscheidung zum Staatsbesuch in Berlin erwartet.

Die Konsumfreude steigt

Eine Fussball-EM im eigenen Land könne sich positiv auf die Konsumentenstimmung auswirken. «Wenn es dann für die deutsche Mannschaft gut läuft, kaufen die Menschen neben Fanartikeln wie Trikots, Schals und Hüten auch mehr Lebensmittel und Getränke zum gemeinsamen Public Viewing und Grillen», sagte Genth.

«Das sind wertvolle Impulse für viele Branchen.» Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schätzt das ähnlich ein: «Meisterschaften im eigenen Land schlagen erfahrungsgemäss auf das Wirtschaftswachstum durch», sagte DIHK-Experte Volker Treier. Die WM 2006 beispielsweise habe rund ein Drittel-Prozentpunkt zum Wachstum beigetragen.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband drückt ebenfalls die Daumen und hofft auf eine Heim-EM. «Mannschaften, Veranstalter, Sponsoren und Partner, Journalisten, Mitarbeiter, aber natürlich auch die Fans werden in unseren Häusern schlafen und sich in unseren Betrieben gastronomisch verwöhnen lassen», sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. «Das ist gut für den Tourismus in Deutschland und damit insbesondere für seine Hauptleistungsträger Gastronomie und Hotellerie.» Nicht zu unterschätzen sind die langfristigen Wirkungen solcher Events. «Die Fussball-WM 2006 im eigenen Land ist ein hervorragendes Beispiel für die positiven Image-Effekte und die nachhaltigen Impulse für den Tourismusstandort Deutschland

Vielzahl von Faktoren

Welche konkreten Umsatzeffekte von einer EM ausgingen, sei von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, ergänzte Hartges. Von Grossveranstaltungen würden nicht alle Betriebe profitieren. So dürften dann weniger Tagungsveranstaltungen oder grosse Kongresse stattfinden. «Zudem wird es darauf ankommen, wie gut die deutsche Nationalmannschaft abschneidet und ob das Wetter für tolle Public-Viewing-Veranstaltungen mitspielt.»

(reuters/mbü/tdr)

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