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Prognose
Der IWF sieht die USA schwächeln

IWF-Chefin Christine Lagarde: Ihre Organisation hebt ihre Wirtschaftsprognose. Keystone

Die Weltwirtschaft wird laut dem IWF leicht stärker wachsen als zuletzt gedacht. Für Schub sorgen für einmal aber nicht die USA.

Veröffentlicht am 10.10.2017

Der Internationale Währungsfonds setzt auf eine weitere Erholung der Weltwirtschaft und hat seine Wachstumsprognose leicht angehoben. Demnach werde die weltweite Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 3,6 Prozent und im nächsten Jahr um 3,7 Prozent nach oben gehen. Die neue Prognose stellte der IWF am Dienstag in Washington vor. Damit wurde eine frühere Prognose vom Juli leicht um jeweils 0,1 Prozentpunkte nach oben korrigiert. 2016 war die Weltwirtschaft um 3,1 Prozent gewachsen.

Die Eurozone, Japan, China, die aufstrebenden Länder Osteuropas und Russland treiben den Trend nach oben.  Im Euroraum rechnet der Währungsfonds nun mit einem BIP-Anstieg 2017 um 2,1 Prozent und 2018 um 1,9 Prozent – jeweils 0,2 Punkte mehr als vor drei Monaten. Dagegen sieht der IWF für die USA, Grossbritannien und Indien schwierigere Zeiten heraufziehen. Im Brexit-erschütterten Grossbritannien habe der Wirtschaftsmotor in der ersten Hälfte 2017 mehr als erwartet gestottert.

«Politische Unsicherheiten»

Mit Blick auf die von Donald Trump regierten USA sprach Obstfeld von «signifikanten politischen Unsicherheiten». Die Wachstumsprognose für die grösste Volkswirtschaft der Welt fiel mit 2,3 Prozent für 2018 bescheiden aus. Auch die Eurozone dürfe nicht nachlassen, die weiter bestehenden Risiken im Bankensektor zu bekämpfen, sagte Obstfeld. In vielen entwickelten Ländern sei besonders die niedrige Inflation ein Problem – sie erlaube es den Zentralbanken nicht, die Zinsen anzuheben.

Somit bleibe wenig Spielraum zum Reagieren, sollte es zu einem Abschwung kommen. «Die wirtschaftliche Erholung ist unvollkommen», sagte Obstfeld. Vor allem lasse ein nachhaltiges Wachstum bei den Löhnen und Gehältern in vielen Ländern auf sich warten.

(sda/mbü)

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