Am Abend war die amerikanische Notenbank Federal Reserve an der Reihe. Sie senkte ihren Wachstumsausblick für das laufende und die kommenden zwei Jahre. Dies geht aus den neuen Projektionen hervor, die in Washington veröffentlicht wurden. Für 2013 erwartet die Notenbank nun statt einem Plus beim Bruttoinlandprodukt von 2,3 bis 3,0 Prozent nur noch eines von 2,3 bis 2,8 Prozent. Für 2014 rechnet sie neu mit einem Wachstum zwischen 2,9 und 3,4 Prozent statt wie vorher zwischen 3,0 und 3.5 Prozent. Für 2015 prognostiziert sie nun 2,9 bis 3,7 Prozent.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird von der US-Notenbank mittelfristig zwar etwas besser beurteilt. Die Arbeitslosenquote dürfte aber bis 2015 über der Marke von 6,5 Prozent verharren. Oberhalb dieser Marke hatte das Fed die Fortsetzung seiner sehr expansiven Geldpolitik angekündigt. die Inflationsprognosen hielt die Notenbank nahezu unverändert.

Grossbritannien tritt an der Stelle

Grossbritannien geht es im Vergleich deutlich schlechter. Die Insel kommt wirtschaftlich nicht von der Stelle. Finanzminister George Osborne musste die Wachstumsprognose nun erneut nach unten korrigieren. Er erwartet für das Finanzjahr 2013/14 beim Bruttoinlandprodukt nur noch ein Plus von 0,6 Prozent. Im Herbst hatte er noch von 1,2 Prozent Wachstum gesprochen. «Es dauert länger, als alle erhofft hatten», räumte Osborne ein, als er im Parlament seinen Haushaltsentwurf für das kommende Finanzjahr vorstellte.

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Die britische Regierung fordert angesichts der schwachen Konjunktur neue Schützenhilfe von der Notenbank. Die Bank of England müsse «unkonventionelle geldpolitische Instrumente» in Betracht ziehen, sagte Osborne.

Knapp an Rezession vorbei

Auch die dänische Zentralbank kürzte die Prognose für die Wirtschaftsleistung wegen schwacher Exporte und zurückhaltender Konsumenten drastisch . Für das laufende Jahr werde nur noch mit einem Plus beim Bruttoinlandprodukt von 0,8 Prozent gerechnet, teilte sie mit. Bisher waren 1,3 Prozent in Aussicht gestellt worden. Für das kommende Jahr rechnen die Notenbanker mit einem Wachstum der Wirtschaft um 1,7. Bisher waren sie von einem Zuwachs von 1,8 Prozent ausgegangen.

Im vergangenen Jahr war das nordeuropäische Land, das von Ratingagenturen weiterhin mit der Bonitätsbestnote bewertet wird, nur knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt.

(se/awp/sda)