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Leere Taschen
Der Pleitegeier kreist über der Schweiz

Leere Taschen: Der Pleitegeier kreist mit Vorliebe über der Nordwestschweiz. Flickr: Dan Moyle

Immer mehr Firmen melden Insolvenz an, wie die Konkursstatistik zeigt. Besonders hart erwischt hat es das Autogewerbe. Nach Regionen triffts die Grenzkantone der Nordwestschweiz am stärksten.

Veröffentlicht am 03.07.2015

Die Zahl der Firmenkonkurse in der Schweiz ist seit Januar angestiegen: In der ersten Jahreshälfte sind 5 Prozent mehr Unternehmen pleite gegangen als in der Vorjahresperiode. 2239 Firmen meldeten bis Juni Insolvenz an.

Allein im Juni wurden 15 Prozent mehr Unternehmen zahlungsunfähig als im Vorjahr, wie aus einer veröffentlichten Konkursstatistik des Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B hervorgeht. Über die ganze erste Jahreshälfte verschlechterte sich die Lage in einigen Branchen binnen Jahresfrist drastisch.

Sprunghafter Anstieg im Autogewerbe

Im Autogewerbe sprang die Zahl der Firmenkonkurse von 47 auf 81 im ersten Semester 2015. Aber auch mehr Architekturbüros und Informatikdienstleister als noch vor einem Jahr mussten ihre Büros schliessen.

Im Einzelhandel, der Finanzbranche und dem Gastgewerbe gingen hingegen die Zahl der Pleiten zurück.

Grenzkantone stark betroffen

Nach Regionen traf die Zahlungsunfähigkeit vor allem mehr Unternehmen in den Grenzkantonen in der Nordwestschweiz. In den Kantonen Aargau, Basel-Land und Basel-Stadt nahmen die Konkurse um über einen Fünftel zu.

Im vergangenen Jahr hatte die Zahl der Insolvenzen schweizweit noch stetig abgenommen. Auch bei den Firmengründungen scheint sich eine Verunsicherung nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses Mitte Januar zu zeigen: Das im vergangenen Jahr herrschende Gründerfieber hat sich seit Anfang Jahr abgekühlt. Von Januar bis Juni wurden 2 Prozent weniger neue Unternehmen ins Handelsregister eingetragen.

(awp/ise/chb)

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