Nach dem Betriebsunterbruch am 21. Oktober wegen eines technischen Problems hat bei der Raffinerie von Cressier NE die Phase des Wiederhochfahrens begonnen. Die Raffinerie produziert einen Viertel der in der Schweiz verkauften Raffinerieprodukte. Es gebe Fortschritte in die richtige Richtung, sagte Florence Lebeau, Sprecherin von Varo Energy, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Zuger Firma Varo Energy ist Besitzerin der Raffinerie. Man habe am Morgen mit dem Neustart begonnen.

Der Grund für den Stillstand in Cressier war ein Leck an einem Wärmetauscher. Dadurch trat Öl aus. Die Zwangspause dauerte etwas weniger als zwei Wochen. Sie wurde für Arbeiten genutzt, die ursprünglich erst Anfang nächsten Jahres vorgesehen waren. Wegen Revisionen war die Raffinerie im Sommer plangemäss bereits 40 Tage ausser Betrieb.

Noch nicht volle Produktion

Nach der Wiederaufnahme des Betriebs läuft die Produktion noch nicht sofort auf vollen Touren. Das Wiederhochfahren dauert mehrere Tage. Wann die volle Produktion erreicht werde, konnte Lebeau nicht sagen. Die Panne in der Raffinerie war ein Grund gewesen, weshalb das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) vor einer Woche die Pflichtlager hatte anzapfen lassen, um einen Benzin- und Diesel-Engpass in der Schweiz zu verhindern. Die «Handelszeitung» hatte vergangene Woche die Massnahme an die Öffentlichkeit gebracht.

Ein anderer Grund war, dass der Rhein wenig Wasser führt. Die Schiffe können daher nicht voll beladen werden, weshalb auf diesem Weg nicht mehr Benzin oder Diesel importiert werden kann. Ausserdem ist die Deutsche Bahn stark ausgelastet und kann folglich auch nicht zusätzliche Treib- und Brennstoffe in die Schweiz bringen.

(sda/mbü/ise)