Die US-Wirtschaft wächst stärker als gedacht und lässt damit der Notenbank Spielraum für weitere Zinserhöhungen. Im vierten Quartal 2015 legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 1,0 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Damit fiel die Zahl höher aus als mit 0,7 Prozent zunächst geschätzt.

Noch im Sommer lag die Zuwachsrate allerdings bei 2,0 Prozent. US-Notenbankchefin Janet Yellen, die im Dezember die Zinswende einleitete, hatte daher Sorge geäussert, dass die Wirtschaft vom Weg abkommen könnte. Diese Bedenken sind nun etwas in den Hintergrund gerückt: An der Wall Street zeichnete sich eine positive Eröffnung ab. Die stärker als erwartet ausgefallenen Daten lieferten auch dem Dollar Rückenwind.

Starker Dollar belastet Exporteure

Die konjunkturellen Sorgenfalten dürften damit kleiner werden, sagt Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Belastend wirken zuletzt die Konjunkturabkühlung in China und die Folgen der jüngsten Börsenturbulenzen. Zudem verteuert der starke Dollar US-Produkte auf den Weltmärkten.

Die Zentralbank Fed fährt geldpolitisch auf Sicht, weil steigende Zinsen die Wirtschaft abwürgen könnten. Mehrere Fed-Führungsmitglieder betonten jedoch, die Gefahr einer Rezession sei gering. Viele Experten gehen davon aus, dass die Notenbank dieses Jahr noch zwei Mal die Geldpolitik straffen wird. Zuletzt zogen auch die Verbraucherpreise stärker an als erwartet und erhöhten damit die Aussichten auf Zinserhöhungen in diesem Jahr. Die Fed, die Vollbeschäftigung fördern und stabile Preise gewährleisten soll, hatte im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren die Zinsen angehoben - auf ein Niveau von 0,25 bis 0,5 Prozent.

(sda/mbü/hon)

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