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Zahlen
Deutsche Exporteure enttäuschen

Container im Hamburger Hafen: Auch die Exporte in die USA und nach China gingen zurück. Keystone

Die deutschen Exporteure haben zum Jahresstart die Erwartungen nicht erfüllt: Ihre Ausfuhren gingen deutlicher zurück als erwartet.

Veröffentlicht am 09.03.2015

Die deutschen Exporteure haben wegen der sinkenden Nachfrage aus den Euro-Ländern einen schwachen Jahresauftakt erwischt. Sie setzten im Januar 2,1 Prozent weniger um als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das war der kräftigste Rückgang seit August 2014.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet, nachdem es im Dezember noch ein kräftiges Wachstum von 2,8 Prozent gegeben hatte.

Geschäft mit Polen und Grossbritannien läuft

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 89,9 Milliarden Euro ins Ausland - das waren 0,6 Prozent weniger als im Januar 2014. Das schwache Abschneiden ist vor allem auf das nachlassende Geschäft mit der Euro-Zone zurückzuführen, dem wichtigsten Absatzmarkt für Waren «Made in Germany». Die Ausfuhren dorthin lagen um 2,8 Prozent niedriger als im Januar 2014.

Die Exporte in die nicht zur Euro-Zone gehörenden EU-Länder, zu denen etwa Polen und Grossbritannien gehören, zogen hingegen um 3,0 Prozent an. Der Umsatz mit Ländern ausserhalb der Europäischen Union - dazu zählen auch die beiden weltgrössten Volkswirtschaften USA und China - gab um 0,5 Prozent nach.

Importe schrumpften

Der Branchenverband BGA geht davon aus, dass die Ausfuhren in diesem Jahr um 4 Prozent auf 1172 Milliarden Euro zulegen. Das wäre eine neue Bestmarke. Impulse werden vor allem vom schwachen Euro erwartet, der deutsche Waren in anderen Währungsgebieten preislich attraktiver macht.

Die Importe schrumpften im Januar um 0,3 Prozent zum Vormonat. Hier hatten Ökonomen ein Plus von 0,5 Prozent vorausgesagt. Der Außenhandelsüberschuss - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - lag bei bereinigt 19,7 Milliarden Euro. Er ist damit gut eine Milliarde Euro kleiner als erwartet.

(reuters/tno)

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