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Prognose
Deutsche können sich auf steigende Löhne freuen

Streik: Deutsche in sozialen Berufen dürften in Zukunft nur schwache Lohnzuwächse verbuchen. Keystone

Die deutschen Löhne steigen in den nächsten Jahren weiter an, wie eine Studie zeigt. Vor allem zwei Gründe sind für die Zuwächse verantwortlich. So manche Berufsgruppe dürfte jedoch enttäuscht sein.

Veröffentlicht am 25.06.2015

Die Löhne in Deutschland steigen laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung und der Prognos AG in den nächsten fünf Jahren weiter an. Die schlechte Nachricht für Geringverdiener und Menschen in sozialen Berufen: Sie profitieren beim Netto-Einkommen deutlich weniger davon als zum Beispiel Beschäftigte in der produzierenden Industrie. Das teilte die Bertelsmann-Stiftung am Donnerstag in Gütersloh mit.

Nach einer Simulationsberechnung für die Studie steigt das verfügbare Einkommen pro Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen von 2012 bis 2020 um 1050 Euro. Wer in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie arbeitet, darf sich – inflationsbereinigt – wahrscheinlich über 6200 Euro mehr freuen.

Demografischer Wandel und Fachkräftemangel

Als Grund für die Lohnzuwächse nennt die Stiftung den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel. Allerdings gelte dies nur in den Branchen mit Produktivitätszuwächsen. Gerade Alleinerziehende, die oft im Einzelhandel, Gesundheits- und Sozialwesen angestellt seien, würden nur unterdurchschnittlich von steigenden Löhnen profitieren.

Die Stiftung beklagt, dass sich der Trend zur grösseren Lohnungleichheit in Deutschland fortsetze. «Diese Entwicklung ist bedenklich, denn wachsende Ungleichheit beeinträchtigt die Zukunftschancen sowohl der Menschen als auch unserer Wirtschaft und Gesellschaft als ganzes», sagte Aart De Geus, Vorsitzender der Bertelsmann Stiftung, der Mitteilung zufolge.

Ausblick auf das Jahr 2020

Im Schnitt steigt laut Studie das verfügbare Jahreseinkommen eines Beschäftigten im Vergleich der Jahre 2012 und 2020 um 2200 Euro nach oben. Nach Berechnungen der Wirtschaftswissenschaftler erhöht sich das Einkommen der Beschäftigten, deren Verdienst im oberen Fünftel (54'700 Euro im Jahr) liegt, im Schnitt um 5300 Euro. Die unteren 20 Prozent (7200 Euro) können nur mit einem Plus von 750 Euro rechnen.

(awp/moh/ise)

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