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Deutsche Konsumenten stützen Wachstum in der Eurozone

Die deutsche Wirtschaft profitiert vom privaten Kosum. (Bild: Keystone)

Die Wirtschaft im Euroraum wächst nur noch minimal. Deutschland kann dank eines starken privaten Konsums dagegen bessere Zahlen präsentieren. Doch auch dort droht eine Flaute.

Veröffentlicht am 15.11.2011

Mageres Wachstum: Im dritten Quartal ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) im Euroraum im Vergleich zu den drei Vormonaten um 0,2 Prozent gestiegen. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg in einer ersten Schätzung mit.

Die EU-Kommission hatte bereits in der vergangenen Woche vor einer Rezession in Europa gewarnt. Portugal, das am Tropf internationaler Geldgeber hängt, steckt bereits tief im Abschwung, im dritten Quartal schrumpfte die Wirtschaft um 0,4 Prozent.

Stärkste Konjunkturlokomotive war einmal mehr Deutschland mit einem Wachstum von 0,5 Prozent. Nur im kleinen Estland fiel es mit 0,8 Prozent noch höher aus. Auch der zweitgrössten Euro-Volkswirtschaft Frankreich gelang mit 0,4 Prozent ein deutliches Plus.

USA und Japan stehen besser da

In Spanien stagnierte die Wirtschaft dagegen, in Zypern schrumpfte sie um 0,7 Prozent, in Portugal um 0,4 Prozent und in den Niederlanden um 0,3 Prozent. Zahlen für Italien und Griechenland liegen noch nicht vor, beide Länder wollen mit neuen Regierungen aus der Krisen kommen.

Andere führende Industriestaaten sind im Sommer deutlich schneller gewachsen als die mit einer Schuldenkrise kämpfende Währungsunion: Die weltgrösste Volkswirtschaft USA schaffte ein Plus von 0,6 Prozent, die Nummer drei Japan kam sogar auf 1,5 Prozent.

Wegen der Schuldenkrise steht die Euro-Zone an der Schwelle zur Rezession. Die EU-Kommission traut ihr 2012 nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent zu, nach 1,5 Prozent in diesem Jahr.

Deutsche Industrie spürt Abkühlung bereits

In Deutschland verhalf der private Konsum der Wirtschaft im dritten Quartal zum kräftigen Wachstum. Und auch im Frühjahr fiel es stärker aus als bislang angenommen: Das Statistische Bundesamt korrigierte das Wachstum von 0,1 auf 0,3 Prozent nach oben.

Allerdings droht auch Deutschland in den kommenden Monaten eine Flaute. Viele Experten befürchten eine stagnierende oder sogar schrumpfende Wirtschaftsleistung.

Die Industrie spürt die Schuldenkrise und die weltweite Konjunkturabkühlung bereits: Sie erhielt zuletzt deutlich weniger Aufträge aus der Währungsunion, in die etwa 40 Prozent ihrer Ausfuhren gehen. Auch aus Übersee lässt die Nachfrage nach.

(tno/rcv/sda)

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