Die Unternehmen stellten 2,4 Prozent mehr her als im Mai, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Von Reuters befragten Ökonomen hatten nur ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Das Ministerium begründete den überraschend grossen Anstieg auch mit dem Mai-Ergebnis, das wegen ungewöhnlich vieler Brückentage schwächer ausgefallen war. Im Vormonat hatte es ein Produktionsminus von revidiert 0,8 Prozent gegeben. «Insgesamt scheint das Produzierende Gewerbe seine Schwächephase überwunden zu haben», betonte das Ministerium. Die positive Entwicklung dürfte sich fortsetzen.

Im zweiten Quartal stieg die Produktion um 2,8 Prozent im Vergleich zum Jahresauftakt. Allein in der Industrie ging es mit 2,6 Prozent nach oben. Am Bau, wo Produktionsausfälle nach dem langen Winter aufgeholt wurden, gab es ein Plus um 3,9 Prozent. Die guten Daten könnten signalisieren, dass die gesamte Wirtschaft im zweiten Quartal kräftiger zugelegt hat als bisher angenommen. Optimisten sagen ein Wachstum von knapp einem Prozent voraus. Zum Vergleich: Im ersten Quartal hatte es nur ein mageres Plus von 0,1 Prozent gegeben.

Die Industrie fuhr ihre Produktion im Juni um 2,2 Prozent hoch. Dabei erzielten Hersteller von Maschinen, Anlagen und anderen Investitionsgütern ein Plus von 4,1 Prozent. Hersteller von Vorleistungsgütern fertigten 0,6 Prozent mehr, Produzenten von Konsumgütern 1,1 Prozent mehr. Der Energiesektor und das Bauhauptgewerbe produzierten je rund fünf Prozent mehr als im Mai.

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(tke/reuters)