Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Montag lagen die Exporte im Juli 4,7 Prozent höher als im Juni. Das ist der höchste Zuwachs seit mehr als zwei Jahren. Die Markterwartungen von plus 0,6 Prozent wurden klar übertroffen. In absoluten Zahlen erreichten die Ausfuhren einen Rekordwert von 101 Milliarden Euro.

«Das ist ein Exportrekord für einen einzelnen Monat», sagte ein Statistiker. «Besonders die Autobranche hat dazu beigetragen.» Auch der Überschuss in der Handelsbilanz - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - erreichte mit 23,4 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Damit steigen die Chancen, dass Europas grösste Volkswirtschaft im Sommerquartal einer Rezession entgeht und wieder wächst.

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Möglicherweise fällt die Exportstatistik wegen der späten Sommerferien so ausgesprochen gut aus. Die für einen Juli ungewöhnlich wenigen Ferientage hatten zuvor bereits die Industrieaufträge und die Produktion überraschend deutlich steigen lassen.

Deutschland hat im Juli auch mehr Waren eingeführt als im Vorjahresmonat. Die Importe stiegen um 1,0 Prozent. Im Vergleich zum Juni 2014 gab es bei den Exporten kalender- und saisonbereinigt ein Plus von 4,7 Prozent, bei den Importen hingegen ein Minus von 1,8 Prozent.

Der Hauptteil der deutschen Exporte ging im Juli wie üblich in andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union. In diese Länder wurden Waren im Wert von 56,9 Milliarden Euro geliefert, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. Das entsprach einer Zunahme von 9,6 Prozent. In die andere Richtung flossen Waren im Wert von 50,4 Milliarden Euro, 2,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

(reuters/sda/awp/ise)