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Überraschung
Deutsche Wirtschaft schaltet einen Gang höher

Euro-Zeichen vor EZB in Frankfurt: Gute Stimmung der Konzerne in der Eurozone überrascht. Keystone

Konjunkturdaten für die Eurozone signalisieren ein besseres Bild als erwartet. Vor allem Deutschland wächst robust. In einem anderen Nachbarsland stehen die Zeichen allerdings auf Sturm.

Veröffentlicht am 21.08.2015

Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im August dank eines starken Dienstleistungssektors überraschend verbessert. Der Einkaufsmanagerindex sei von 53,9 Punkten im Vormonat auf 54,1 Punkte gestiegen, wie das Forschungsinstitut Markit in London laut einer vorläufigen Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten hingegen einen leichten Rückgang auf 53,7 Punkte erwartet.

Der Wert signalisiert ein beschleunigtes Wachstum, da er noch deutlicher über der Marke von 50 Punkten liegt, die eine Trennlinie zwischen Wachstum und Schrumpfung darstellt. Der Einkaufsmanagerindex wird durch eine Umfrage unter Unternehmen ermittelt.

Deutschland im Aufwind

In der Industrie verharrte der Wert auf seinem Vormonatsniveau, nachdem Ökonomen einen leichten Rückgang erwartet hatten. Im Dienstleistungssektor legte er überraschend zu und befindet sich mit 54,3 Punkten auf einem recht hohen Niveau. Beide Werte profitierten laut Markit von hohen Auftragseingängen.

Besonders robust war die Entwicklung in der deutschen Industrie. «Dank der stärksten Produktions- und Auftragszuwächse seit April hat die deutsche Wirtschaft im August einen Gang hochgeschaltet», sagte Oliver Kolodseike, Volkswirt bei Markit. Der deutschen Industrie gehe es wieder besser als im zweiten Quartal. Auch die schwierige Entwicklung in China belastet die Industrie offenbar nicht. «Die deutschen Unternehmen scheinen es also locker zu nehmen, wenn es in China nicht mehr ganz so rund läuft», sagte VP Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel. «Die solide wachsende US-Wirtschaft und die Erholung in der Eurozone sorgt für eine Kompensation.»

Frankreich enttäuscht

Enttäuschend entwickelten sich vor allem die Daten in dem schwächelnden Frankreich. In der Industrie sank der Indikator mit 48,6 Punkten noch stärker unter die Expansionsschwelle, während Volkswirte mit einem Anstieg auf 49,6 Punkte eine leichte Verbesserung erwartet hatten.

In den anderen Ländern der Eurozone hat sich das Wachstum laut Markit beschleunigt und sei so hoch ausgefallen wie seit Juli 2007 nicht mehr. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor sei der Arbeitsplatzaufbau solide gewesen. Für Italien und Spanien wird keine erste Schätzung veröffentlicht.

(awp/dbe/ama)

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