Die deutsche Wirtschaft ist 2013 so schwach gewachsen wie seit dem Rezessionsjahr 2009 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um 0,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Berlin mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. 2012 hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht, 2011 sogar von 3,3 Prozent.

Für Schwung sorgten vor allem die Verbraucher dank des Beschäftigungsrekords: Der private Konsum kletterte um 0,9 Prozent. Für die Exporteure hingegen war es eher ein enttäuschendes Jahr. Die Ausfuhren stiegen nur um 0,6 Prozent, nach 3,2 Prozent 2012. Wegen der Unsicherheit behielten viele Firmen Pläne für neue Investitionen in der Schublade. Die Wirtschaft steckte 2,2 Prozent weniger in Maschinen und Anlagen.

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Bundesbank erwartet 2014 einen Aufschwung von 1,7 Prozent

Die Bundesbank sagt für dieses Jahr einen Aufschwung voraus und rechnet mit einem Wachstum von 1,7 Prozent, das sich 2015 auf 2,0 Prozent beschleunigen soll.

 „Die deutsche Wirtschaft fährt nicht mehr nur auf zwei Zylindern, sondern auf allen vier Zylindern“, sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, dazu. Auch er geht von einem Wachstum von 1,7 Prozent aus. „Das Tempo wird etwas anziehen. Zum einen hat die Rezession im Euro-Raum – unserem grössten Absatzmarkt – geendet. Zum anderen zieht das Wachstum in den USA deutlich an. Beides ist gut für die Exporte.“

Mehr Investitionen

Auch die Binnenkonjunktur dürfte sich in Deutschland besser entwickeln. «Die Investitionen dürften kräftig anziehen und Hauptreiber des Wachstums sein», sagt Christian Schulz von der Berenberg Bank. „Die Unternehmen profitieren von den niedrigen Zinsen – zumal die Euro-Krise abgeebbt ist und damit Vertrauen zurückkehrt. Für die heimische Nachfrage sieht es gut aus, da Arbeitslosigkeit und Inflation niedrig bleiben, die Lohnabschlüsse ordentlich ausfallen dürften und die Kaufkraft steigt.“

(reuters/me/sim)