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Deutsche Wirtschaft zieht Eurozone nach unten

Die deutschen Exporte wuchsen im zweiten Quartal langsamer als die Importe. (Bild: Keystone)

Der deutsche Aussenhandel hat sich im zweiten Quartal abgekühlt - und das schlägt sich in den Wachstumszahlen nieder. Das Bruttoinlandprodukt wuchs weit langsamer als erwartet. Auch die gesamten Euroz

Veröffentlicht am 16.08.2011

Die deutsche Wirtschaft hat nach einem starken Jahresauftakt im zweiten Quartal spürbar an Fahrt verloren. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) sei von April bis Juni lediglich um 0,1 Prozent zum Vorquartal gewachsen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Von der Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Experten hatten mit einer Rate von 0,4 Prozent gerechnet.

Zudem wurde das sehr starke Quartalswachstum zu Jahresbeginn etwas geringer als bislang ausgewiesen. Demnach ist die deutsche Wirtschaft von Januar bis März nicht um 1,5 Prozent, sondern um 1,3 Prozent gewachsen.

Wachstumsstützend wirkten im zweiten Quartal die Ausfuhren und die Investitionen der Unternehmen, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Da jedoch die Importe stärker als die Exporte wuchsen, wirkte sich der gesamte Aussenbeitrag negativ auf die Wirtschaftsentwicklung aus. Auch die Konsumausgaben und die Bauinvestitionen bremsten die Entwicklung.

Im Vorjahresvergleich legte die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 2,8 Prozent zu. Die Jahresrate des ersten Quartals wurde von sehr starken 5,2 Prozent auf 5,0 Prozent nach unten korrigiert. Kalenderbereinigt lag das Wachstum auf Jahressicht im zweiten Quartal bei 2,7 Prozent, im ersten Vierteljahr bei 4,7 Prozent.

Stagnation in Frankreich, Minus in Japan

Und die Abkühlung der deutschen Wirtschaft schlägt auch auf die anderen Eurostaaten über: Der gesamten Eurozone macht eine Konjunkturflaute zu schaffen. Das Bruttoinlandprodukt  stieg im zweiten Quartal um 0,2 Prozent zum ersten Vierteljahr, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte.

Experten hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung mit 0,8 Prozent noch viermal so stark gestiegen. Hauptgrund für die merkliche Abkühlung ist die Schwäche der beiden grössten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich. In Frankreich gab es sogar eine Stagnation.

Auch in anderen führenden Industriestaaten hat sich die Konjunktur abgeschwächt. Die weltgrösste Volkswirtschaft USA schaffte ein Plus von rund 0,3 Prozent, während die unter den Folgen des Jahrhundert-Bebens leidende japanische Wirtschaft um 0,3 Prozent schrumpfte.

Wegen der schlappen Wirtschaft gehen viele Experten davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins in diesem Jahr nicht weiter anhebt. Teureres Geld dämpft Konsum und Investitionen. Binnen Jahresfrist legte die Wirtschaftsleistung in der Währungsunion um 1,7 Prozent zu. Zu Jahresbeginn waren es noch 2,5 Prozent.

(laf/tno/sda/awp)

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