Trotz des schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds verbesserte sich die Stimmung in den deutschen Chefetagen deutlich. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat September stieg auf 109,5 Punkte von 106,3 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Forschungsinstitut am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte.

Damit sprang der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur nach zwei Rückgängen in Folge auf den höchsten Stand seit Mai 2014. «Die deutsche Wirtschaft erwartet einen goldenen Herbst», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unternehmenschefs beurteilten sowohl die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate als auch die gegenwärtige Lage günstiger als zuletzt.

Brexit weggesteckt

Ökonomen hatten nur einen leichten Anstieg auf 106,4 Zähler erwartet. Die Stimmung hellte sich quer durch fast alle Branchen auf. Die Industrie blickte vor allem dank besserer Aussichten deutlich zuversichtlicher in die Zukunft. «Ein Anstieg des Erwartungsindikators von 10,8 Punkten wurde zuletzt kurz nach der Finanz- und Wirtschaftskrise beobachtet», so das Ifo-Institut.

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Die Wirtschaft hat demnach das Referendum für einen britischen EU-Austritt gut weggesteckt. «Der Brexit-Schock ist erst mal verdaut», sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zur Nachrichtenagentur Reuters. Auch DekaBank-Analyst Andreas Scheuerle äusserte sich positiv: «In einem Schwung wurde das Tal der Tränen überwunden.»

Baugewerbe im Hoch

Im Gross- und Detailhandel ging die Stimmung laut Ifo-Institut ebenso nach oben. «Das Bauhauptgewerbe setzt seinen Höhenflug fort, der Geschäftsklimaindex erreichte ein neues Rekordniveau.»

Die deutsche Wirtschaft hatte zu Jahresanfang um 0,7 Prozent zugelegt und im Frühjahr um 0,4 Prozent. Für das jetzt zu Ende gehende dritte Quartal rechnet die Bundesbank mit einem etwas langsameren Wachstum.

(sda/ise)