Die Bundesregierung in Berlin hat ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum drastisch nach unten korrigiert. Für 2014 wird statt 1,8 Prozent nur noch ein Plus von 1,2 Prozent erwartet.

Für 2015 geht die Regierung von einem Zuwachs von 1,3 Prozent aus nach zuvor 2,0 Prozent, wie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Dienstag in Berlin mitteilte.

«Aussenwirtschaftlich schwieriges Fahrwasser»

«Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem aussenwirtschaftlich schwierigen Fahrwasser», erklärte Gabriel. «Geopolitische Krisen haben auch in Deutschland die Verunsicherung erhöht und die nur moderate weltwirtschaftliche Entwicklung belastet die Konjunktur.»

Gabriel folgt weitgehend den führenden Forschungsinstituten, die ihre Prognosen für den wichtigsten Schweizer Handelspartner vorige Woche wegen der Flaute in der Euro-Zone, der Ukraine-Krise und anderen Risiken kräftig zurückgenommen hatten.

Zurückhaltung bei Investitionen

Grund für die Korrektur der Prognosen ist vor allem, dass die deutschen Unternehmen angesichts ungewisser Absatzchancen auf den Weltmärkten weniger investieren dürften. Die Regierung sagt für 2014 nur noch ein Plus von 3 Prozent bei Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen und Ablagen voraus. Bislang waren 6,3 Prozent erwartet worden.

Anzeige

Schlimmeres wird der Regierung zufolge vom stabilen Binnenmarkt verhindert. «Der weiterhin robuste Arbeitsmarkt bildet dafür die Grundlage», sagte Gabriel. «Löhne und Beschäftigung nehmen weiter zu. Dies beflügelt die Ausgaben für Konsum und Wohnungsbau der privaten Haushalte.»

Die Zahl der Beschäftigten dürfte in diesem Jahr um 325'000 steigen, 2015 aber nur noch gut halb so stark. Die Zahl der Arbeitslosen soll mit jeweils rund 2,9 Millionen weitgehend stabil bleiben. Die Nettolöhne und -gehälter dürften 2014 je Arbeitnehmer um 2,6 Prozent zulegen, im kommenden Jahr um 2,7 Prozent.

 (awp/ise/ama)